Microsoft MFA für alle Benutzer ab Juli 2024?

Eigentlich sollte sie bereits für jeden Microsoft 365 Benutzer aktiv sein, die Multi Faktor Authentifizierung (MFA). Trotzdem hat Microsoft mit der Ankündigung MFA für alle Benutzer anzufordern für Aufregung gesorgt (Microsoft will require MFA for all Azure users). Insbesondere da es Gründe für bestimmte Benutzer bestehen, keine MFA zu forcieren. Hierunter fallen z.B. Service Benutzer oder auch bestimmte Benutzergruppen.

Die Ankündigung wurde mittlerweile präzisiert und es betrifft nur Benutzer, die auf folgende Anwendungen zugreifen:

  • Azure portal
  • Microsoft Entra admin center
  • Azure PowerShell
  • Azure CLI
  • Terraform für die Administration von Azure

Auf die genannten Anwendungen greifen in der Regel nur Benutzer zu, die administrative Vorgänge durchführen. Vom MFA-Zwang ausgenommen werden sollen: Dienstprinzipalobjekte, verwaltete Identitäten, Workload-Identitäten und weitere tokenbasierte Konten. Microsoft sammelt hier auch noch weiteren Input für weitere Szenarien, wie z.B. Break-Glass Administratoren. Diese sind als Best-Practise ohne MFA empfohlen, um im Notfall weiterhin Zugang zum Tenant zu bieten.

Wie setzt Microsoft die Anforderung technisch um?

Dazu gibt es leider noch keine konkrete Aussage. Ich vermute allerdings, dass dies über eine von Microsoft verwaltete Regel des bedingten Zugriffs realisiert wird. In der Technet zu den von Microsoft verwalteten Richtlinien (Secure your resources with Microsoft-managed Conditional Access policies – Microsoft Entra ID | Microsoft Learn), findet sie die folgende Regel, die stark an die Ankündigung von Microsoft erinnert: „Require multifactor authentication for Azure management.“

Welche Aufgaben ergeben sich hieraus?

  • Prüfen der Sign-in Logs auf die oben genannten Anwendungen, um die betroffenen Benutzer, insbesondere Service Benutzer zu identifizieren.
  • Registrieren der MFA für alle Benutzer, die auf die oben genannten Anwendungen zugreifen.
  • Bei allen klassischen Service Benutzern die Möglichkeit prüfen, diese auf tokenbasierte Konten umzustellen.
  • Falls es über eine von Microsoft verwaltete Richtlinie realisiert wird, unbedingt die Break Glass Admins ausschließen.

Fazit

Zusammenfassend handelt es sich um eine sinnvolle Maßnahme um die Sicherheit der Tenants zu erhöhen. Noch immer gibt es viele ungesicherte Konten mit kritischen Zugriffen. Für diese soll nun die MFA aktiviert werden. Auch sind viele Service Accounts im Einsatz, die längst durch tokenbasierte Konten ersetzt werden könnten. Leider ist die ist die Kommunikation recht kurzfristig und vage.

„Mit Anmeldung fortfahren?“ Änderung bei Windows Single-Sign-On

Microsoft hatte es bereits im Dezember angekündigt. Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) müssen die Benutzer dem Single-Sign-On auf Windows Geräten zustimmen. Hierzu erhält der Benutzer bei dem Zugriff auf M365 Ressourcen die Frage „Mit Anmeldung fortfahren?“. Diese muss der Anwender mit „weiter“ bestätigen um sich zu authentifizieren. Unter aka.ms/sso-info werden weitere Informationen angeboten. Die Infoseite erklärt, dass SSO weiterhin nur nach Bestätigung dieser Abfrage möglich ist.

Der Benutzer muss diese Meldung auf jedem Gerät an dem er arbeitet einmalig bestätigen. Die Bestätigung ist anschließend nicht mehr nötig, nur wenn sich der Benutzer 90 Tage nicht mehr an diesem Gerät authentifiziert hat.

Die Änderung wird nach und nach innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums aktiviert. Betroffen davon sind die Betriebssysteme Windows 10 und 11, bei denen innerhalb des initialen Gerätesetups ein Land innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gewählt wurde. Explizit wirkt diese Änderung nicht auf Server Betriebssystemen.

Innerhalb der Entra-Anmeldeprotokolle führen fehlende Benutzerzustimmungen zu Anmeldefehlern mit dem Code 9002341 und der Fehlerursache „User is required to permit SSO“.

In einigen Fällen führt dies zu Problemen, da beispielsweise die Authentifizierung gegen Microsoft 365 Dienste wie z.B. bei einem automatischen Intune Join via GPO nicht durchgereicht wird. Dies klappt erst, wenn der Benutzer den SSO bestätigt hat. Aber auch bei nicht-persistenten VDIs führt das neue Feature bei jeder neuen Sitzung zur oben genannten Abfrage. Microsoft sind Probleme bekannt und will zeitnah nachbessern.

Weitere Infos und der Blog-Eintrag von Microsoft dazu:

Upcoming changes to Windows Single Sign-On | Windows IT Pro (microsoft.com)

Microsoft Entra Password Protection: Ein Muss für die Sicherheit Ihres Unternehmens

In der heutigen digitalen Welt, in der Cybersicherheit von größter Bedeutung ist, bleibt das Passwort ein grundlegender, aber oft übersehener Aspekt der Sicherheitsstrategie eines Unternehmens. Viele Organisationen besitzen bereits Lizenzen für fortschrittliche Sicherheitstools, setzen diese jedoch nicht ein. Ein solches Beispiel ist die Microsoft Entra Password Protection – ein leistungsstarkes Werkzeug, das speziell dafür entwickelt wurde, die Passwortsicherheit zu verbessern, indem es die Verwendung schwacher und häufig genutzter Passwörter verhindert.

Trotz der Verfügbarkeit dieses Tools aktivieren viele Kunden die Funktion nicht. Dieser Artikel dient als Ihre jährliche Erinnerung daran, warum es entscheidend ist, den Microsoft Entra ID Kennwortschutz in Ihrem lokalen Active Directory zu implementieren, vor allem, wenn Sie über die entsprechende Entra ID P1 oder P2 Lizenz verfügen.

Warum Microsoft Entra Password Protection wichtig ist

Viele Unternehmen haben bereits eine Lizenz für Microsoft Entra ID, nutzen aber den Kennwortschutz nicht. Dieses Tool verbessert die Passwortkomplexität im lokalen Active Directory signifikant, indem es bekannte schwache Passwörter und ihre Varianten sowie weitere schwache Begriffe blockiert, die spezifisch für eine Organisation sein könnten.

Die häufigsten Missverständnisse aufgeklärt

Im Laufe der Jahre sind mir einige Missverständnisse begegnet, die dazu führen, dass Organisationen zögern, diese notwendige Sicherheitsmaßnahme zu ergreifen. Hier möchte ich einige dieser Missverständnisse ausräumen:

  1. „Es ist zu kompliziert einzurichten“: Die Implementierung von Microsoft Entra Password Protection ist unkompliziert und erfordert keine Änderungen am AD DS-Schema oder das Öffnen neuer Netzwerkports.
    • Es wird keine spezifische AD Gesamtstrukturebene erfordert
      • Wenn Azure nicht verfügbar ist, hat dies keine Auswirkungen auf das Zurücksetzen Ihrer Kennwörter
      • Erfordert keine neuen Ports, welche auf Ihren DC’s geöffnet werden müssen
      • Es ist nicht erforderlich, dass Ihre DC’s über einen Internetzugang verfügen. Die Passwort-Sperrliste wird von einem Proxyserver/Dienst verteilt
  2. „Unsere Passwörter sind bereits stark genug“: Selbst wenn Ihre Organisation strenge Passwortrichtlinien verfolgt, gibt es immer noch eine Fülle gängiger Passwörter und Variationen, die durch traditionelle Richtlinien nicht abgedeckt werden. Tatsächlich ergänzt Microsoft Entra Password Protection vorhandene Richtlinien durch Hinzufügen einer weiteren Sicherheitsebene gegen schwache Passwörter. Microsoft Entra erweitert Ihren Schutz, indem es eine globale Datenbank schwacher Passwörter und deren Variationen nutzt.
  3. „Es wird die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigen“: Während die Blockierung schwacher Passwörter die Passwortauswahl einschränken kann, dient sie dem größeren Ziel, Konten sicherer zu machen.
    • Die Funktion wird erst wirksam, wenn die Passwörter Ihrer Benutzer das nächste Mal ablaufen bzw. zurückgesetzt werden müssen. Es wird keine Massenzurücksetzung der Passwörter durchgeführt.
  4. „Es ist nur eine weitere unnötige Sicherheitsmaßnahme“: Angesichts der steigenden Zahl von Cyberangriffen, insbesondere Passwort-Spray-Angriffen, ist die Verwendung eines Tools wie Microsoft Entra alles andere als unnötig. Es ist eine essenzielle Schicht in Ihrer Sicherheitsstrategie, die die Schwachstellen, die durch schwache Passwörter entstehen, minimiert.

Mein Aufruf zum Handeln

Die Implementierung des Microsoft Entra ID Kennwortschutzes ist nicht nur eine Best Practice, sondern eine Notwendigkeit in der heutigen von Cyberbedrohungen geprägten Landschaft. Durch die Verbesserung der Passwortkomplexität und die Eliminierung schwacher Passwörter stärken Sie die Verteidigungslinie Ihres Unternehmens gegen unautorisierten Zugriff erheblich.

Wenn Ihre Organisation über eine Lizenz für Microsoft Entra (P1/P2) verfügt, ist es an der Zeit, den Kennwortschutz zu aktivieren. Dies ist ein einfacher Schritt, der die Sicherheit Ihres Unternehmens erheblich verbessern kann. Vermeiden Sie die gängigen Fallen schwacher Passwörter und machen Sie den ersten Schritt in Richtung einer sichereren digitalen Umgebung.

Lassen Sie dieses Jahr nicht ungenutzt verstreichen, ohne die volle Macht der Microsoft Entra Password Protection zu nutzen. Es ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt, um die Cybersicherheit Ihres Unternehmens zu stärken.

Doppelte Accounts innerhalb von Office 365 mit identischer UPN

In der Welt der Microsoft 365 Konten kommt es gelegentlich zu einem seltsamen Phänomen auf Windows Geräten.: Doppelte Konten mit identischem User Principal Name (UPN) Diese Duplikate haben unterschiedliche Verläufe, aber den gleichen UPN. Dies führt bei betroffenen Anwendern zu Verwirrung und teilweise zu Problemen beim Zugriff auf Ressourcen. Für den Benutzer sind außer dem abweichenden Dokumentenverlauf keine Unterschiede erkennbar.

Was hilft?

Durch das Löschen des Registry Schlüssels: „HKCU\SOFTWARE\Microsoft\Office\16.0\Common\Identity“ des betroffenen Benutzers wird eine erneute Anmeldung innerhalb der Office Produkte durchgeführt. Danach ist nur noch das „richtige“ Konto verfügbar und wird über SSO angemeldet.

Skynet im Büro: Die Risiken einer unkontrollierten Einführung von M365 CoPilot

Die Integration von Microsoft 365 CoPilot in die Unternehmenswelt verspricht, durch den Einsatz fortschrittlicher KI die Effizienz, Kreativität und Entscheidungsfindung zu revolutionieren. Doch ohne eine fundierte Governance und Compliance kann diese technologische Innovation schnell zu einem Kontrollverlust führen, ähnlich dem fiktiven Aufstieg von Skynet, der selbstbewussten KI, die in der „Terminator“-Filmreihe die Menschheit bedroht. Die fortschrittlichen Fähigkeiten von CoPilot, Daten und Informationen zu indizieren und zu analysieren, können unbeabsichtigt zu Datenschutzverletzungen und Sicherheitsrisiken führen, wenn die Governance-Strukturen nicht sorgfältig angepasst werden. Leider wurde das Thema bei vielen M365 Einführungen stiefmütterlich behandelt.


Ein alltägliches Beispiel:

Ein Mitarbeiter ist sich nicht bewusst, dass ein Gehaltsdokument versehentlich in einem öffentlich zugänglichen Teamordner abgelegt wurde. Die Sicherheit dieses Dokuments beruht auf dem fehlenden Wissen des Mitarbeiters über seine technischen Berechtigungen und den Standort des Dokuments. Die KI jedoch, die nur die bestehenden Benutzer-Berechtigungen berücksichtigt, kennt den Standort und könnte somit sensibelste Daten freilegen, ohne die Absicht oder das Wissen des Benutzers.

Vielleicht etwas genauer

Ein Aspekt, der nicht allen Benutzern – einschließlich einiger Administratoren – bewusst ist, betrifft die Zugänglichkeit von Inhalten öffentlicher Teams innerhalb der Office 365-Umgebung. Alle Dokumente, die in den öffentlichen Teamordnern abgelegt sind, können über die Office 365-Suche von jedem Benutzer im Unternehmen gefunden werden, unabhängig davon, ob der Suchende Mitglied des jeweiligen Teams ist oder nicht. Diese Dokumente lassen sich nicht nur über die M365-Suche auffinden, sondern auch in SharePoint öffnen und sind ebenso über die Teams-Suche oder Delve zugänglich.

Diese weitreichende Zugänglichkeit eröffnet in Bezug auf M365 CoPilot eine neue Dimension der Datenverarbeitung. CoPilot kann auf sämtliche Inhalte zugreifen, zu denen der Nutzer Berechtigungen besitzt – und somit auch auf alle Inhalte aller öffentlichen Teams. Im Unterschied zur herkömmlichen Suche, die Nutzer vielleicht manuell durchführen, kann M365 CoPilot diese Informationen nicht nur effizienter verlinken, sondern sie auch in seinen Antworten auf eine Weise nutzen, die weit über die einfache Wiedergabe von Suchergebnissen hinausgeht.

Dies bedeutet, dass M365 CoPilot potenziell Zugriff auf eine breitere Palette von Dokumenten und Informationen hat, als den Nutzern möglicherweise bewusst ist. Während dies die Effizienz und Produktivität durch den Zugang zu einer Fülle von Ressourcen steigern kann, unterstreicht es auch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung und Verwaltung von Berechtigungen und Zugriffsrechten innerhalb von Office 365.

Die Sicherstellung, dass nur relevante und angemessene Inhalte öffentlich zugänglich gemacht werden, wird zu einer kritischen Komponente im Management von Informationen und der Gewährleistung der Datensicherheit in einer zunehmend durch KI unterstützten Arbeitsumgebung.

Ein weiteres konkretes Beispiel: Der alte Produktkatalog

Nehmen wir an, ein Vertriebsmitarbeiter bittet M365 CoPilot, die aktuellen Preise für ein bestimmtes Produkt zu nennen. Unbekannterweise basiert die Antwort des CoPilot auf einem veralteten Produktkatalog, der in einem der vielen Ordner des Cloudnetzwerks gespeichert ist. Dieser Katalog, der längst durch neuere Versionen ersetzt wurde, ist immer noch zugänglich, da die Data Governance nicht nachjustiert wurde, um solche veralteten Dokumente zu identifizieren und ihre Sichtbarkeit einzuschränken.

Das Resultat? Der Vertriebsmitarbeiter erhält Informationen, die auf veralteten Preisen oder gar Produkten basieren. Im schlimmsten Fall führt dies zu Angeboten, die weit unter dem aktuellen Marktpreis liegen oder nicht mehr lieferbar sind, was direkte finanzielle Verluste und Vertrauensverlust bei Kunden nach sich ziehen kann. Dieses Szenario verdeutlicht nicht nur die potenziellen Risiken einer unkontrollierten KI-Nutzung, sondern auch die Notwendigkeit eines dynamischen und proaktiven Ansatzes in der Data Governance und im Rechte- und Rollenmanagement.

Die Bedeutung von Data Governance

Diese Beispiele zeigen deutlich, dass Data Governance und das Management von Zugriffsrechten ein stetiger Prozess sein müssen.

Um die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Zugänglichkeit und Verwendung von Daten durch fortschrittliche KI-Systeme wie M365 CoPilot zu bewältigen, sind proaktive Lösungsansätze erforderlich. Diese sollten ein robustes Rechte- und Rollenmanagement, die kontinuierliche Schulung von Mitarbeitern sowie die effektive Klassifizierung von Daten umfassen. Es reicht nicht aus, einmalig Berechtigungen zu vergeben; vielmehr müssen Organisationen proaktiv den Zugriff auf Daten und Informationen steuern und sicherstellen, dass nur autorisierte Benutzer auf sensible Daten zugreifen können.

Lösungsansätze

  • Proaktives Rechte- und Rollenmanagement: Die Vergabe von Zugriffsrechten muss auf einer gründlichen Analyse der Notwendigkeit des Zugriffs basieren. Sensible Informationen sollten besonders geschützt und regelmäßig überprüft werden.
  • Kontinuierliche Schulung der Mitarbeiter: Die Sensibilisierung der Mitarbeiter für den sicheren Umgang mit Daten und die Bedeutung des Datenschutzes ist entscheidend, um unbeabsichtigte Sicherheitsrisiken zu minimieren.
  • Einführung von Sensitivity Labels: Microsoft 365 CoPilot ist darauf ausgelegt, innerhalb der Sicherheits- und Compliance-Frameworks von Microsoft 365 zu arbeiten, einschließlich des Umgangs mit Sensitivity Labels und geschützten Inhalten. Sensitivity Labels sind ein zentraler Bestandteil der Microsoft 365 Compliance-Lösung, die es Organisationen ermöglicht, Daten basierend auf ihrer Sensibilität zu klassifizieren und zu schützen. Diese Labels können verwendet werden, um zu steuern, wer Zugriff auf bestimmte Informationen hat, und um Richtlinien für die Aufbewahrung, Verschlüsselung und andere Schutzmaßnahmen zu definieren.

Sensitivity Labels

Integration mit Sensitivity Labels

CoPilot respektiert die durch Sensitivity Labels definierten Zugriffs- und Schutzrichtlinien. Wenn ein Dokument oder eine E-Mail mit einem Sensitivity Label versehen ist, welches bestimmte Schutzmaßnahmen vorschreibt – wie etwa eine Verschlüsselung oder Zugriffsbeschränkungen, werden diese Schutzmaßnahmen auch von CoPilot eingehalten. Das bedeutet, dass CoPilot Inhalte, welche beispielsweise als „vertraulich“ oder mit höheren Schutzstufen gekennzeichnet sind, nicht für Benutzer zugänglich macht, die nicht die entsprechenden Berechtigungen besitzen.

Verhalten bei geschützten Inhalten

Für geschützte Inhalte, die durch Technologien wie Azure Information Protection (AIP) gesichert sind, gewährleistet CoPilot, dass die Schutzmaßnahmen beibehalten werden. CoPilot kann solche Inhalte im Rahmen der vom Benutzer zugewiesenen Berechtigungen verarbeiten, aber es wird sichergestellt, dass die Datenverarbeitung den Richtlinien entspricht, die durch die Sensitivity Labels festgelegt sind. Beispielsweise würde CoPilot keine Informationen aus einem als „streng vertraulich“ gekennzeichneten Dokument in einer Antwort verwenden, wenn der anfragende Benutzer nicht die erforderlichen Rechte zum Anzeigen dieses Dokuments besitzt.

Auswirkungen auf die Datensicherheit und Compliance

Durch die Einhaltung der durch Sensitivity Labels festgelegten Richtlinien trägt CoPilot dazu bei, die Datensicherheit und Compliance innerhalb von Microsoft 365 zu verstärken. Organisationen können somit die Vorteile von KI-gestützten Produktivitätswerkzeugen nutzen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit sensibler Informationen eingehen zu müssen. Dies unterstreicht die Bedeutung der sorgfältigen Implementierung und Verwaltung von Sensitivity Labels und Schutzrichtlinien, um ein hohes Maß an Sicherheit und Compliance in der digitalen Arbeitsumgebung zu gewährleisten.

Fazit

Die Einführung von Technologien wie M365 CoPilot kann erhebliche Vorteile für Unternehmen bringen, stellt jedoch auch neue Anforderungen an das Management von Rechten und Rollen. Durch die sorgfältige Anpassung von Data Governance-Prozessen können Unternehmen die Risiken minimieren und sicherstellen, dass die Technologie zum Wohl aller Beteiligten eingesetzt wird, ohne ungewollt ein Szenario à la Skynet zu riskieren.

Lektionen aus dem Angriff auf Südwestfalen-IT: Prävention und Schutzmaßnahmen

Der Angriff auf Südwestfalen-IT durch die Ransomware-Gruppe „Akira“ im Oktober 2023 bietet wertvolle Einsichten in Cybersicherheitsrisiken und Präventionsstrategien. Dieser Blogbeitrag analysiert die einzelnen Schritte der Angreifer und diskutiert, wie diese hätten vermieden werden können. Als Quelle fungierte der öffentliche forensische Bericht.

Schritt 1: Identitäten absichern und Sicherheitsupdates einspielen

Schwachstelle in der VPN-Lösung: Der Angriff begann mit dem Ausnutzen einer Schwachstelle (CVE-2023-20269) in der VPN-Lösung ohne Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).

Warum Kennwörter unsicher sind und selbst MFA nicht immer ausreichend ist!

Die angebliche Zero-Day Schwachstelle, welche von der Akira Ransomware Gruppe ausgenutzt wurde, wurde bereits am 24ten August von Cisco in einem Blog Artikel erwähnt. Von einer Zero-Day Attacke (CVE-2023-20269) kann bei 55 Tagen nach Bekanntgabe daher nun wirklich keine Rede sein. Ein passendes Sicherheits-Update wurde am 11ten September zur Verfügung gestellt. Erste identifizierte Angriffe wurden am 18ten Oktober identifiziert werden.

Akira Ransomware Targeting VPNs without Multi-Factor Authentication – Cisco Blogs

Prävention: Die Implementierung von einer sicheren MFA hätte den Zugriff deutlich erschwert. Außerdem sollte bei Bekanntgabe von CVE’s immer eine direkte Bewertung sowie passende Maßnahmen umgesetzt werden. Die Einrichtung von Systemen zur Erkennung verdächtiger Aktivitäten, wie ungewöhnliche Anmeldeversuche oder auffällige Netzwerkbewegungen, hätte die frühzeitige Erkennung des Angriffs ermöglichen können.

Schritt 2: Ausbreitung

Erhalten administrativer Berechtigungen: Nach dem Zugang zum Netzwerk erlangten die Angreifer administrative Rechte.

Die Angreifer konnten das Administrator-Kennwort ausnutzen, weil es seit 2014 in einem Gruppenrichtlinienobjekt in entschlüsselbarer Textform hinterlegt war. Jeder Angreifer mit gültigen Domänen-Zugangsdaten konnte dadurch das Kennwort auslesen. Unter Verwendung eines von Microsoft bereitgestellten AES-Schlüssels ließ sich das Kennwort entschlüsseln, was den Angreifern ermöglichte, ihre Zugriffsberechtigungen auf das Niveau eines Domänen-Administrators zu erhöhen, ohne dabei typische forensische Anzeichen für Privilege Escalation oder Lateral Movement zu hinterlassen.

Prävention: Striktere Zugriffskontrollen und regelmäßige Überprüfungen der Berechtigungen hätten dies verhindern können. Sie sollten regelmäßig ihre Identity und Access Management Systeme auditieren.

Schritt 3: Verbreitung der Ransomware

Verbreitung der Ransomware: Die Ransomware wurde innerhalb der Windows-Domäne verbreitet. Die Verteilung der Ransomware erfolgte gezielt und anscheinend mittels Zugriffen auf das C$-Netzwerkshare der einzelnen Server. Es wurde angenommen, dass die Ransomware von Zielsystemen durch diese Zugriffe ausgeführt wurde. Diese Annahme stützt sich darauf, dass keine Spuren gefunden wurden, die auf andere Verteilungsmethoden hindeuten. Außerdem wurde festgestellt, dass die Ransomware w.exe selbst Logfiles schrieb, welche dokumentierten, welche Aktionen durch die Schadsoftware durchgeführt wurden und welche Fehler beim Verschlüsseln auftraten.

Es wurden 961 Systeme identifiziert, auf denen die Ransomnote akira_readme.txt vorzufinden war. Zum Glück wurden keine GPO’s, wie bei anderen Ransomware Gruppen üblich, verwendet. Andernfalls wären ca. 4200 Clients und 800 Server betroffen.

Prävention: Bessere Netzwerksegmentierung, ein AD Tiering, eine klassische Server Härtung und strengere Zugangskontrollen hätten die Ausbreitung eingedämmt.

AD Tiering Struktur – Funktion und Nutzen

Schritt 4: Verschlüsselung von Daten

Die Ransomware verschlüsselte das Dateisystem von Südwestfalen-IT, indem sie einen rekursiven Ansatz verfolgte. Das Programm durchlief das gesamte Dateisystem und verschlüsselte jedes Verzeichnis einzeln, beginnend mit dem angegebenen Startpfad. Interessanterweise nutzte die Ransomware, benannt als w.exe, eine Blacklist, um bestimmte Dateitypen, Dateiendungen und Verzeichnisse von der Verschlüsselung auszunehmen. Nachdem die Verschlüsselung in einem Verzeichnis abgeschlossen war, platzierte die Ransomware in jedem betroffenen Verzeichnis eine Erpressungsnachricht mit dem Namen „akira_readme.txt“​

Prävention: Regelmäßige Backups und ein effektiver und regelmäßig erprobter Disaster-Recovery-Plan hätte zudem eine schnellere Wiederherstellung der Systeme ermöglicht.

Schlussfolgerung:

Das Fazit aus dem Angriff auf Südwestfalen-IT durch die Ransomware-Gruppe „Akira“ unterstreicht die Wichtigkeit einer umfassenden und proaktiven Cybersicherheitsstrategie. Die Schlüsselerkenntnisse sind:

  1. Bedeutung von Multi-Faktor-Authentifizierung: Die Abwesenheit von MFA, insbesondere bei kritischen Zugangspunkten wie VPNs, kann Türöffner für Cyberangriffe sein. MFA ist ein wesentlicher Bestandteil zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen.
  2. Wichtigkeit regelmäßiger Sicherheitsaudits: Die Identifizierung und Behebung von Schwachstellen, wie z.B. schlecht gesicherte Passwörter, ist entscheidend, um potenzielle Angriffsvektoren zu minimieren.
  3. Notwendigkeit von Netzwerksegmentierung und strengen Zugriffskontrollen: Diese Maßnahmen können die Bewegungsfreiheit von Angreifern im Netzwerk begrenzen und die Ausbreitung von Malware verhindern oder zumindest einschränken.
  4. Proaktive Überwachung und Anomalie-Erkennung: Frühzeitige Erkennung von verdächtigen Aktivitäten und Angriffsversuchen ist entscheidend, um Eindringlinge abzuwehren, bevor sie ernsthaften Schaden anrichten können.
  5. Bewusstsein und Schulung der Mitarbeiter: Da Menschen oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette sind, ist es wichtig, das Bewusstsein und die Wachsamkeit der Mitarbeiter zu stärken.
  6. Robuste Backup- und Disaster-Recovery-Strategien: Diese sind unerlässlich, um die Resilienz gegen Ransomware-Angriffe zu erhöhen und die Geschäftskontinuität im Falle eines Datenverlusts sicherzustellen.
  7. Einsatz fortschrittlicher Sicherheitslösungen: Der Einsatz moderner Antivirus- und Endpunkt-Schutzlösungen kann dazu beitragen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu neutralisieren.

Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass Cybersicherheit ein kontinuierlicher Prozess ist, der ständige Aufmerksamkeit und Anpassung erfordert, um mit den sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen Schritt zu halten.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Angriff auf Südwestfalen-IT die Notwendigkeit eines Zero-Trust-Ansatzes in der Cybersicherheit unterstreicht. Zero-Trust bedeutet, grundsätzlich keinem Akteur innerhalb oder außerhalb des Netzwerks zu vertrauen, sondern jede Anfrage als potenzielle Bedrohung zu behandeln. Dieser Ansatz fordert eine kontinuierliche Überprüfung und Authentifizierung, um Sicherheit in einer immer komplexeren und vernetzteren digitalen Welt zu gewährleisten. Der Vorfall zeigt deutlich, dass der Übergang zu einem Zero-Trust-Modell für Unternehmen unerlässlich ist, um sich gegen fortgeschrittene und sich ständig weiterentwickelnde Cyberbedrohungen zu schützen.

Sicherer Zugriff im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz: Was ist neu bei Microsoft Entra?

Als IT-Berater bin ich immer auf der Suche nach den neuesten Innovationen im Bereich der Cybersicherheit, die meinen Kunden helfen können, ihre digitale Umgebung zu schützen. Deshalb war ich sehr gespannt auf die Ankündigungen von Microsoft Entra, der integrierten Lösung für Identitäts- und Zugriffsmanagement, auf der Ignite 2023 Konferenz. Nun möchte ich mit einer zeitlichen Verzögerung endlich über meine persönlichen Highlights berichten.

Was ist Microsoft Entra?

Microsoft Entra bietet eine Reihe von Funktionen, die den sicheren Zugriff auf alle Anwendungen und Ressourcen für alle Benutzer und Geräte ermöglichen, die sich von überall aus verbinden. Dabei werden die Prinzipien des Zero Trust Ansatzes verfolgt, der auf der Verifizierung von Identität, Gerät, Anwendung und Netzwerk basiert, bevor der Zugriff gewährt wird.

Einige der Highlights, die mich besonders beeindruckt haben, sind:

  • Security Service Edge (SSE): Dies ist eine neue Lösung, die Microsoft Entra Internet Access und Microsoft Entra Private Access umfasst. Microsoft Entra Internet Access ist ein identitätszentriertes Secure Web Gateway (SWG), welches den Zugriff auf alle Internetanwendungen und -ressourcen mit bedingtem Zugriff und Web-Inhaltsfilterung sichert. Microsoft Entra Private Access ist ein identitätszentriertes Zero Trust Network Access (ZTNA), das den Zugriff auf alle privaten Anwendungen und Ressourcen mit bedingtem Zugriff und modernen Authentifizierungsmethoden sichert. Beide Lösungen arbeiten mit dem bestehenden Sicherheits- und Netzwerkstack von Microsoft und einem offenen Partnernetzwerk zusammen, um eine nahtlose Integration zu gewährleisten.
  • Microsoft Security Copilot: Dies ist ein neuer digitaler Assistent, welcher in das Microsoft Entra Admin Center eingebettet ist und den Administratoren hilft, häufige Aufgaben zu automatisieren, schneller zu beheben, komplexe Richtlinien zu interpretieren und Workflows zu entwerfen. Der Security Copilot beantwortet einfache Fragen, was eine bedingte Zugriffsrichtlinie macht oder warum die mehrstufige Authentifizierung (MFA) ausgelöst wurde. Der Security Copilot bietet auch eine Risikozusammenfassung, Abhilfemaßnahmen und empfohlene Anleitungen für gefährdete Identitäten, um das schnelle Reagieren auf Identitätsrisiken zu erleichtern. Ich kann also einfach meinen digitalen Assistenten Fragen stellen und dieser analysiert die notwendigen Anmeldelogs, bereitet diese auf und liefert mir eine passende Antwort.
  • Phishing-resistente Authentifizierungsmethoden: Microsoft Entra unterstützt verschiedene MFA-Methoden, um die Authentifizierung vor Phishing zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel FIDO2 Security Keys, Windows Hello for Business, Microsoft Entra Certificate-Based Authentication (CBA) und Passkeys. Alle diese Methoden ermöglichen es, Passwörter ganz zu eliminieren, so dass sie nicht erraten, abgefangen oder gephished werden können. Microsoft Entra CBA ermöglicht es, Authentifizierungsrichtlinien nach Zertifikat, Ressourcentyp und Benutzergruppe anzupassen. Passkeys sind eine neue Funktion, welche mit Windows 11 eingeführt wurde und es ermöglicht, sich mit dem Gesicht, dem Fingerabdruck oder der PIN des Geräts bei einer Website, Anwendung oder einem Dienst anzumelden, für den man einen Passkey erstellt hat. Microsoft Entra ID-Benutzer werden bald in der Lage sein, sich mit Passkeys anzumelden, die aus der Microsoft Authenticator App verwaltet werden. Ein aus meiner Sicht wichtiger Schritt, um die Notwendigkeit von Kennwörtern endgültig abzuschaffen.
  • Microsoft Entra Permissions Management: Dies ist eine Lösung, die Einblicke in die Berechtigungsrisiken bietet. Es gibt zwei wichtige Integrationen, die mir aufgefallen sind. Die erste ist die Integration mit Microsoft Defender for Cloud (MDC), diese ermöglicht es, Identitäts- und Zugriffsberechtigungsinformationen mit anderen Cloud-Sicherheitsinformationen in einer einzigen Schnittstelle zu konsolidieren. Diese Ansicht zeigt handlungsorientierte Empfehlungen zur Behebung von Berechtigungsrisiken sowie den Permissions Creep Index an und erleichtert die Durchsetzung des Least Privilege Zugriffs für Cloud-Ressourcen über Azure, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud hinweg. Die zweite Integration ermöglicht es ServiceNow-Kunden, zeitgebundene, bedarfsgesteuerte Berechtigungen für Multicloud-Umgebungen (Azure, AWS, Google Cloud) über das ServiceNow-Portal anzufordern. Diese beliebte IT-Service-Management (ITSM)-Lösung stärkt somit die Zero Trust-Haltung, indem sie Zugriffsberechtigungsanfragen zu bestehenden Genehmigungsworkflows in ServiceNow hinzufügt. Ein wichtiger Schritt Richtung herstellerunabhängiger Zero-Trust Architektur.

Fazit

Ich bin beeindruckt von dem Umfang und der Tiefe der Funktionen, welche Microsoft Entra bietet, um den sicheren Zugriff auf alles und für jeden zu ermöglichen. Ich glaube, dass diese Lösungen meinen Kunden helfen kann, ihre digitale Transformation voranzutreiben und gleichzeitig ihre Sicherheit zu erhöhen. Gerade die Integration von anderen Cloud Services wie AWS, Google oder Service-Now sind wichtige Schritte für die Absicherung der Identitäten.

Übersicht über Windows LAPS

In diesem Blogbeitrag möchte ich Ihnen eine spannende neue Funktion vorstellen, welche mit dem heutigen Sicherheitsupdate vom 11. April 2023 für die folgenden Windows-Editionen direkt im Betriebssystem enthalten sind:

  • Windows 11 Pro, EDU, and Enterprise
  • Windows 10 Pro, EDU, and Enterprise
  • Windows Server 2022 and Windows Server Core 2022
  • Windows Server 2019

Windows Local Administrator Password Solution (Windows LAPS) für Azure Active Directory

Native Integration in Windows

Windows LAPS ist sofort einsatzbereit. Sie müssen kein externes MSI-Paket mehr installieren, kein AD-Schema mehr erweitern und keine Gruppenrichtlinien verteilen! Alle zukünftigen Anpassungen, Verbesserungen oder Funktionsupdates werden über die normalen Windows-Patching-Prozesse bereitgestellt.

Was ist Windows LAPS?

Windows LAPS ist eine Windows-Funktion, die bereits für in Windows Server Active Directory eingebundene Geräte verfügbar ist. Sie ermöglicht es Ihnen, die Kennwörter der lokalen Administratorkonten auf Ihren Geräten automatisch zu generieren, zu ändern und zu speichern. Dies erhöht die Sicherheit, da Sie nicht mehr das gleiche Kennwort für alle Geräte verwenden müssen, und vermeidet somit das Risiko von Pass-the-Hash-Angriffen und unterbindet aktiv das sogenannte Lateral Movement.

Windows LAPS bietet einige Vorteile gegenüber anderen Methoden zur Verwaltung von lokalen Administratorpasswörtern, wie z.B.:

  • Es generiert zufällige und komplexe Passwörter für jedes Gerät und ändert sie regelmäßig nach einem festgelegten Zeitplan.
  • Es speichert die Passwörter verschlüsselt in einem Active Directory-Attribut, das nur von berechtigten Benutzern oder Gruppen abgerufen werden kann.
  • Es vermeidet die Verwendung eines gemeinsamen Passworts für alle Geräte oder die manuelle Verfolgung von Passwörtern in einer Excel-Tabelle oder einem anderen Medium.
  • Es ermöglicht es Administratoren, die Passwörter bei Bedarf schnell zu ändern oder zurückzusetzen, z.B. bei einem Sicherheitsvorfall oder einem Mitarbeiterwechsel.
  • Es ist einfach zu implementieren und zu verwalten, ohne dass zusätzliche Hardware oder Software erforderlich ist.

Windows LAPS ist eine nützliche Lösung für alle Organisationen, die lokale Administratorpasswörter auf ihren Windows-Geräten effektiv verwalten wollen. Es ist kostenlos und einfach zu verwenden und bietet einen hohen Grad an Sicherheit und Kontrolle.

Windows LAPS unterstützt Azure AD

Windows LAPS für Azure Active Directory erweitert die bestehende Funktion um die Möglichkeit, die Kennwörter der lokalen Administratorkonten in Azure Active Directory zu sichern. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Sie können die gespeicherten Kennwörter über Microsoft Graph abrufen.
  • Sie können zwei neue Microsoft Graph-Berechtigungen erstellen, um nur die Kennwort-„Metadaten“ (z. B. für Sicherheitsüberwachungs-Apps) oder das sensible Klartextkennwort selbst abzurufen.
  • Sie können Azure-Richtlinien für rollenbasierte Zugriffssteuerung (Azure RBAC) verwenden, um Autorisierungsrichtlinien für das Abrufen von Kennwörtern zu erstellen.
  • Sie können das Azure-Verwaltungsportal verwenden, um Kennwörter abzurufen und zu ändern.
  • Sie können die Funktion über Intune verwalten!
  • Sie können das Kennwort automatisch ändern, nachdem das Konto verwendet wurde.

Wie kann ich Windows LAPS für Azure Active Directory einrichten?

Um Windows LAPS für Azure Active Directory einzurichten, müssen Sie zunächst einen Mechanismus zur Bereitstellung von Richtlinien auf Ihren Geräten wählen. Die bevorzugte Option ist die Verwendung von Microsoft Intune mit dem Windows LAPS-Konfigurationsdienstanbieter (CSP). Wenn Sie Microsoft Intune nicht verwenden, können Sie auch andere Methoden verwenden, wie z. B. die direkte Änderung der Registrierung oder die Verwendung von Gruppenrichtlinie für lokale Computer.

Microsoft meldet neuen Angriff mit Azure AD Connect

In diesem Blogbeitrag möchte ich den Inhalt des Artikels https://practical365.com/mercury-attack-april-2023 auf Deutsch zusammenfassen.

Der Artikel beschreibt einen neuen Angriff, welcher Azure AD Connect ausnutzt, um sowohl On-Premises- als auch Cloud-Ressourcen zu kompromittieren.

Wer steckt hinter den Angriffen?

Der Angriff wurde von Microsoft Threat Intelligence aufgedeckt und wird zwei Gruppen zugeschrieben: MERCURY, einer mit der iranischen Regierung verbundenen Nation-State-Akteurin, und DEV-1084, einer Gruppe, welche von MERCURY beauftragt wurde, die Netzwerkzugriffe auszunutzen.

Wie begann der Angriff?

Bei Angriffen wie diesem hört man oft zwei Begriffe: Eskalation von Privilegien und Lateral Movement.

Lateral Movement klingt kompliziert, ist aber einfach: Der Begriff bedeutet nur, dass ein Angreifer ein Gerät oder System in einem Netzwerk kompromittiert hat und dies als Sprungbrett oder Drehpunkt nutzt, um in andere Geräte oder Systeme zu gelangen. Diese Bewegung kann sofort erfolgen, aber oft ist sie verzögert (wie in diesem Fall) – ein kluger Angreifer wird eindringen, eine Persistenz herstellen und dann eine Weile warten, das Zielnetzwerk studieren und jede offensichtliche Aktion vermeiden, welche die Verteidiger auf seine Anwesenheit aufmerksam machen könnte.

In diesem Fall begann der Angriff mit der Ausnutzung der bekannten log4j-Schwachstelle, um in das Netzwerk einzudringen und Persistenz zu erlangen. Die Angreifer bewegten sich dann durch das Netzwerk und griffen sowohl On-Premises- als auch Hybrid-Ressourcen an. Für die On-Premises-Angriffe nutzten sie Gruppenrichtlinienobjekte (GPOs), um Sicherheitstools (Endpoint Protection) zu stören und Ransomware über die NETLOGON-Freigaben auf den Active Directory-Domänencontrollern zu verteilen. Für die Hybrid-Angriffe nutzten sie Azure AD Connect, um sich mit Azure AD zu synchronisieren und Zugriff auf Cloud-Ressourcen zu erhalten. Die Angreifer löschten anschließend Daten aus Azure Storage-Konten und Azure SQL-Datenbanken. Mit einem vernünftigen Tier-Modell wäre der Angriff in diesem Ausmaß vermutlich nicht umsetzbar gewesen.

Microsoft empfiehlt dringend, Azure AD Connect zu überprüfen und sicherzustellen, dass es keine unbefugten oder verdächtigen Synchronisierungen gibt. Außerdem sollten die Sicherheitsmaßnahmen für Domänencontroller und GPOs verstärkt werden, um ähnliche Angriffe zu verhindern oder zu erkennen. Microsoft bietet verschiedene Sicherheitstools an, die bei der Untersuchung und Abwehr solcher Angriffe helfen können, wie z.B. Microsoft Defender for Endpoint, Microsoft 365 Defender und Azure Sentinel.

Dennoch zeigt dieser Angriff wieder, wie wichtig es ist, sowohl On-Premises- als auch Cloud-Umgebungen zu schützen und zu überwachen. Hybrid-Umgebungen bieten viele Vorteile, aber auch neue Herausforderungen und Risiken. Es ist daher unerlässlich, sich über die aktuellen Bedrohungen zu informieren und die besten Praktiken für die Sicherheit von Azure AD Connect zu befolgen. Zum Schutz gehört auch der Aufbau von Tier-Strukturen.

Wozu ist ein Azure AD Connect Server notwendig?

Azure AD Connect ist ein wichtiges Werkzeug für die Synchronisation von Identitäten zwischen lokalen Active Directory-Domänen und Azure Active Directory. Da der Azure AD Connect Zugriff auf die Anmeldeinformationen und Attribute aller Benutzer und Gruppen in den verbundenen Domänen hat, muss dieser Server entsprechend gut geschützt werden. Daher sollten Sie den Azure AD Connect wie einen Domänencontroller behandeln und in Tier-0 aufnehmen.

Was bedeutet Tier-0?

Tier-0 ist die höchste Sicherheitsstufe in einem Active Directory-Design, das auf dem Prinzip der administrativen Grenzen basiert. Tier-0 umfasst alle Systeme und Konten, die in der Lage sind, Änderungen an der Active Directory-Domänenstruktur oder den Sicherheitsrichtlinien vorzunehmen. Diese sollten von anderen Tiers isoliert und mit strengen Zugriffs- und Überwachungsregeln versehen werden.

Indem der Azure AD Connect Server in Tier-0 aufgenommen wird, wird sichergestellt, dass nur berechtigte Administratoren darauf zugreifen können und dass alle Aktivitäten auf dem Server protokolliert und überprüft werden. Dies reduziert das Risiko eines unbefugten Zugriffs oder einer Kompromittierung von Azure AD Connect.

Trends zur Identity Security 2023

Willkommen im Jahr 2023! Es wird Zeit endlich alle externen Benutzerzugriffe mit einer Multifaktor-Authentifizierung abzusichern. Vorzugsweise einer sicheren!

Jüngste Studien von Expert Insights bestätigen, was wir seit Ewigkeiten wissen, in den meisten Fällen sind Angriffe wie Ransomware nur die zweite Stufe, welche auf eine Identitätskompromittierung beruht. Viele neuartigen Techniken beruhen auf der Kompromittierung der Identität. Dies zeigt, wie wichtig es ist, den Schutz der Identitäten zur Grundlage unserer Sicherheitsstrategie zu machen.

Passwort-Angriffe

Einfache Passwortangriffe sind allgegenwärtig. Sie sind wie die Luft, welche wir alle atmen. Hierbei spielt die Größe oder der Umsatz des Unternehmens, welches angegriffen wird, keine Rolle. Denn diese Angriffe können effektiv in großem Umfang ausgeführt werden. Warum Kennwörter unsicher sind und selbst MFA nicht immer ausreichend ist! Erkläre ich ausführlich in dem folgenden Artikel.

  • Password spray: Erraten gängiger Kennwörter.
  • Phishing: Jemanden dazu bringen, seine Anmeldedaten auf einer gefälschten Website oder als Antwort auf eine SMS oder E-Mail einzugeben.
  • Breach replay: Die Wiederverwendung von Kennwörtern, welche von einer anderen Website entwendet wurden.

Microsoft wehrt mehr als 1.000 Passwortangriffe pro Sekunde ab. Bei 99,9 Prozent der kompromittierten Konten ist keine Multifaktor-Authentifizierung aktiviert. Eine mehrstufige Authentifizierung ist heute eine der effektivsten und grundlegendsten Abwehrmaßnahmen gegen Identitätsangriffe.

Oftmals werden leider aus Gründen der Bequemlichkeit keine mehrstufigen Authentifizierungen verlangt. Dabei gehört es doch selbst im privaten Umfeld zum absoluten Standard.

Online-Banking, Paypal, Apple etc. sind ohne mehrstufige Authentifizierung nicht mehr nutzbar.

Die Nutzung der Multifaktor-Authentifizierung ist das Wichtigste, was wir für unsere Sicherheit tun können.

Die altmodische Multifaktor-Authentifizierung war unsexy und erforderte das Kopieren von Codes vom Telefon oder einem Hardware-Token (OTP). Moderne Multifaktor-Authentifizierung mit Apps, Token oder dem Gerät selbst ist sehr reibungsarm oder sogar unsichtbar für die Benutzer.  Vorzugsweise müssen die Benutzer nicht mal mehr ein Kennwort eingeben.

Windows 10 und Windows 11 bieten eine kostengünstige und einfache In-Box-Alternative zu Kennwörtern, Windows Hello for Business, eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung für Azure Active Directory und Active Directory.

Sie sollten sich für das Jahr 2023 die Kampagne #GoPasswordless2023 auf die Fahne schreiben!

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