Stand: 27. August 2026
Mit Microsoft Intune 2608 liefert Microsoft im August 2026 ein umfangreiches Service-Release aus. Besonders relevant sind aus meiner Sicht Unattended Remote Help für Windows, Apple Declarative Device Management für VPP-Apps, das deutlich erweiterte eSIM-Management für Android Enterprise sowie neue Security-Funktionen für Linux. Dazu kommen Änderungen an der Single Device Page, Assignment Filters und mehrere kleinere Verbesserungen, die im täglichen Intune-Betrieb durchaus relevant werden können.
Viele Funktionen wirken für sich betrachtet wie kleinere Ergänzungen. Im Gesamtbild wird aber deutlich, dass Microsoft Intune weiter zu einer plattformübergreifenden Endpoint-Management-Plattform ausbaut, die Bereitstellung, Konfiguration, Support, Security und den kompletten Device-Lifecycle möglichst zentral abdecken soll.
Das Wichtigste in Kürze zu Microsoft Intune 2608
- Unattended Remote Help ermöglicht unbeaufsichtigten Support auf physischen, unternehmenseigenen Windows-Geräten.
- Apple VPP-Apps können über Declarative Device Management auf iOS, iPadOS und macOS verwaltet werden.
- Android Enterprise erhält neue Funktionen für Inventarisierung, Aktivierung und Entfernung von eSIMs.
- Die neue Single Device Page wird Standard und ist Voraussetzung für die neuen eSIM-Aktionen.
- Microsoft Defender für Linux erhält den neuen Wert
Auditfür die EinstellungEnforcement level.
Unattended Remote Help für Windows in Microsoft Intune 2608
Eine der für mich interessantesten Neuerungen in Intune 2608 ist Unattended Remote Help für Windows. Bei klassischen Remote-Help-Sitzungen auf Windows und macOS war bisher die Beteiligung eines Benutzers erforderlich. Für Android Enterprise Dedicated Devices gab es Unattended Control dagegen bereits vorher, neu ist jetzt die Erweiterung auf Windows.
Autorisierte Helpdesk-Mitarbeiter können sich auf einem unterstützten physischen Windows-Gerät mit ihren eigenen Zugangsdaten anmelden, ohne dass der Benutzer die Sitzung aktiv annehmen muss. Das ist insbesondere für Kiosk-Geräte, Shared Devices, Systeme im Schichtbetrieb oder Wartungsarbeiten außerhalb der Geschäftszeiten interessant.
Remote Help ist außerdem seit Juli 2026 in Microsoft 365 E3 und E5 enthalten, zuvor war die Funktion Teil eines kostenpflichtigen Intune-Suite-Add-ons. Damit dürfte Unattended Remote Help für deutlich mehr Unternehmen praktisch relevant werden als noch vor wenigen Monaten.
Voraussetzungen und Einschränkungen
Unattended Remote Help sollte allerdings nicht mit einem allgemeinen unbeaufsichtigten Fernzugriff auf sämtliche Windows-Systeme verwechselt werden. Microsoft definiert dafür klare Voraussetzungen:
- Unterstützt werden nur physische, unternehmenseigene Windows-Geräte, die in Intune registriert und Microsoft Entra joined oder Entra hybrid joined sind.
- Das Gerät benötigt eine x64-Architektur.
- BYOD- und private Geräte, Windows 365 Cloud PCs, Azure Virtual Desktop und andere virtuelle Maschinen werden nicht unterstützt.
- Das Gerät muss eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein.
- Die Intune Management Extension ist erforderlich.
- Remote Desktop muss auf dem Zielgerät aktiviert sein.
- Die Umsetzung nutzt Azure Virtual Desktop Agent und Bootloader, entsprechend müssen die AVD-Session-Host-Endpunkte netzwerkseitig erreichbar sein.
- Für unbeaufsichtigte Sitzungen existiert eine eigene RBAC-Berechtigung, die explizit zugewiesen und über Scope Tags eingegrenzt werden muss.
- Attended und Unattended laufen unter getrennten Remote-Help-Anwendungen.
Aus meiner Sicht ist gerade das RBAC-Modell ein wichtiger Punkt. Helpdesk-Mitarbeiter erhalten hier einen deutlich erhöhten Zugriff auf Endgeräte, deshalb sollten Rollentrennung und Least Privilege bereits vor dem Rollout sauber definiert werden. Die Logik ist vergleichbar mit dem AD-Tiering-Modell, bei dem privilegierte Zugriffe ebenfalls bewusst getrennt und auf den tatsächlich notwendigen Bereich beschränkt werden.
Datenschutz bei Unattended Remote Help
Laut Microsoft-Dokumentation kann der Benutzer die Aktionen des Support-Mitarbeiters während einer unbeaufsichtigten Sitzung nicht mitverfolgen, wird aber benachrichtigt, wenn eine solche Sitzung aktiv ist. Der Helper meldet sich mit eigenen Zugangsdaten in einer separaten Windows-Session am Anmeldebildschirm an und übernimmt damit nicht die laufende Sitzung des Benutzers. Sitzungsaufzeichnungen werden vom Dienst nicht gespeichert. In Deutschland würde ich die Einführung trotzdem vor dem produktiven Rollout mit Betriebsrat und Datenschutz abstimmen, da eine solche technische Einrichtung je nach Einsatzszenario mitbestimmungsrelevant sein kann. Zusätzlich würde ich die Unattended-RBAC-Rolle sehr eng scopen und Conditional Access für Helper-Konten erzwingen, das ist eine Praxisempfehlung aus Security-Sicht und keine Rechtsberatung.
Apple DDM für VPP-Apps in Microsoft Intune 2608
Auch beim Apple-Management geht Microsoft mit Intune 2608 weiter in Richtung Declarative Device Management, DDM. Erforderliche VPP-Apps können jetzt auf Geräten mit iOS und iPadOS ab 17.2 sowie macOS ab Version 26 über DDM verwaltet werden.
Der Unterschied zum klassischen MDM-Modell ist technisch relevant. Beim deklarativen Ansatz erhält das Endgerät stärker einen gewünschten Zielzustand und kann selbstständiger auf Änderungen reagieren. Bei der App-Bereitstellung ermöglicht das effizientere Abläufe, aktuellere Statusinformationen und zusätzliche Optionen wie automatische App-Updates.
Wichtig für bestehende Apple-Umgebungen ist der operative Aspekt: Der Management-Typ wird beim Hochladen eines neuen VPP-Tokens auf DDM umgestellt. Es handelt sich damit nicht einfach um einen Schalter an bestehenden Tokens, sondern um einen Migrationsschritt, den Unternehmen mit historisch gewachsenen VPP-Strukturen einplanen sollten.
Die Richtung ist übrigens nicht nur bei Apple zu beobachten. Auch Microsoft arbeitet bei Windows immer stärker mit deklarativen Management-Modellen. Mehr dazu habe ich bereits im Beitrag zu MMP-C und deklaratives Windows-Client-Management beschrieben.
Android eSIM-Management in Microsoft Intune 2608
Bei Android Enterprise erweitert Microsoft Intune 2608 den eSIM-Lifecycle erheblich. Administratoren können zusätzliche SIM-Daten inventarisieren, eSIMs auf unterstützten Geräten aktivieren, einzelne eSIMs entfernen und das Verhalten von eSIMs bei einem Device-Wipe steuern.
Die Funktionen haben allerdings unterschiedliche Mindestversionen:
| Funktion | Voraussetzung |
|---|---|
| EID-Reporting | Android 13 und höher |
| Vollständige SIM-Inventarisierung, mehrere ICCIDs und Aktivierungsstatus | Android 15 und höher |
| eSIM aktivieren, Einzelgerät mit Aktivierungscode des Providers | Android 15 und höher, nur Corporate-owned |
| Einzelne eSIM entfernen, COBO und COSU | Android 15 und höher |
| Einzelne eSIM entfernen, Work Profile | Android 17 und höher |
Remove all eSIMs during a device wipe |
Android 15 und höher |
Beim Entfernen einer einzelnen eSIM wird die ICCID aus dem Geräteinventar benötigt. Für den Wipe eines einzelnen Gerätes bleiben eSIMs standardmäßig erhalten, bei Bedarf kann der Administrator dort die Entfernung auswählen. Persönlich verwaltete Work-Profile-Geräte werden bei der eSIM-Aktivierung und bei dieser Wipe-Option nicht unterstützt.
Zusätzlich gibt es im Settings Catalog die Richtlinie Remove all eSIMs during a device wipe. Sie fordert bei unterstützten unternehmenseigenen Geräten die Entfernung aller eSIMs während eines Wipes an. Microsoft kennzeichnet die neuen eSIM-Funktionen ausdrücklich als schrittweise ausgerollt, sie können deshalb aktuell noch nicht in jedem Tenant verfügbar sein.
Besonders wichtig ist die Verbindung zur neuen Geräteansicht: Die eSIM-Aktionen zum Aktivieren einer eSIM, zum Entfernen einer einzelnen eSIM und zur Auswahl des eSIM-Verhaltens bei einem Einzelgeräte-Wipe sind ausschließlich über die neue Single Device Page verfügbar. Wer Preview new device view deaktiviert, kann diese Aktionen nicht verwenden. Damit gibt es neben der geänderten Navigation einen sehr konkreten funktionalen Grund, die neue Geräteansicht jetzt produktiv zu übernehmen.
Android Enterprise Settings Catalog: neue Einstellungen in Intune 2608
Neben dem eSIM-Management erweitert Microsoft den Android Enterprise Settings Catalog um mehrere Einstellungen, die im Betrieb durchaus interessant sind.
Screen Timeout für Android Enterprise
Mit Screen timeout lässt sich festlegen, nach wie vielen Sekunden das Display ausgeschaltet wird. Der konfigurierte Wert muss kleiner oder gleich Time to lock screen sein. Für COBO- und COSU-Geräte wird die Einstellung ab Android 9 unterstützt, bei COPE-Geräten ab Android 15.
Getrennte Kennwörter für Gerät und Work Profile
Die Einstellung Block one lock for device and work profile gilt ausschließlich für COPE-Geräte ab Android 9. Sie muss auf True gesetzt werden, nachdem eine Kennwortanforderung für das Arbeitsprofil konfiguriert wurde. Standardmäßig steht die Einstellung auf False, Gerät und Arbeitsprofil verwenden dann eine gemeinsame Sperre.
Work Profile nur begrenzte Zeit deaktivieren
Mit Number of days work profile is allowed to be switched off kann festgelegt werden, wie lange ein Benutzer das Arbeitsprofil deaktiviert lassen darf. Der Mindestwert beträgt drei Tage, mit 0 wird die Beschränkung deaktiviert, ein dokumentiertes Maximum gibt es nicht. Die Einstellung gilt nur für COPE-Geräte.
Bildschirm während des Ladens eingeschaltet lassen
Für COBO- und COSU-Geräte können die Modi AC, USB und Wireless einzeln oder kombiniert ausgewählt werden. AC und USB werden ab Android 6.0 unterstützt, Wireless ab Android 8.1. Standardmäßig ist keiner der Modi aktiv, für Kiosk-, Informationsdisplay- und ähnliche Dedicated-Device-Szenarien kann die Einstellung aber sehr praktisch sein.
Neue Single Device Page in Microsoft Intune 2608
Die überarbeitete Single Device Page ist mit Intune 2608 standardmäßig für alle Kunden aktiviert. Geräteinformationen, Aktivitäten, Device-Aktionen, Tools, Reports, Remediations und weitere Funktionen werden stärker in einer zentralen Ansicht gebündelt.
Aktuell kann über Preview new device view noch auf die bisherige Geräteansicht zurückgeschaltet werden. Laut aktualisierter Microsoft-Dokumentation soll die alte Ansicht mit Intune 2609 vollständig ersetzt werden.
Aus meiner Sicht sollte man deshalb nicht mehr viel Zeit in Dokumentationen oder Helpdesk-Prozesse investieren, die ausschließlich auf der bisherigen Ansicht basieren. Zusätzlich sind, wie im eSIM-Abschnitt beschrieben, mehrere der neuen Android-eSIM-Aktionen nur in der neuen Single Device Page verfügbar. Damit ist die Umstellung inzwischen nicht mehr nur eine Frage der Gewöhnung an eine neue Oberfläche.
Assignment Filters mit operatingSystemVersion in Intune 2608
Die Eigenschaft operatingSystemVersion für Intune Assignment Filters ist mit Release 2608 allgemein verfügbar. Apps und Richtlinien lassen sich damit gezielt auf Geräte mit bestimmten Betriebssystemversionen oder Build-Bereichen einschränken.
In Kundenumgebungen finde ich das besonders für Pilotierungen interessant. Eine neue Konfiguration kann beispielsweise zunächst nur auf einer aktuellen Windows-Version getestet werden, ältere Builds lassen sich gleichzeitig aus der Zuweisung ausschließen. Solche Filter sind häufig übersichtlicher als zusätzliche dynamische Entra-Gruppen für jede einzelne Deployment-Logik.
Wer sich generell mit der schnelleren und kontrollierteren Verarbeitung von Intune-Richtlinien beschäftigt, findet ergänzende Informationen in meinem Beitrag zu Config Refresh in Intune.
Microsoft Defender für Linux in Intune 2608
Bei Linux handelt es sich nicht um einen neuen eigenständigen „Audit Mode“. Korrekt ist, dass das Microsoft Defender Antivirus Template für Linux einen neuen Wert Audit für die bereits vorhandene Einstellung Enforcement level erhält. Das Template ist Teil der Endpoint-Security-Antivirus-Richtlinie.
Mit Audit erkennt Microsoft Defender Bedrohungen in Echtzeit und meldet diese im Microsoft Defender Portal, führt aber keine automatische Bereinigung oder Quarantäne durch. Damit kann eine neue Security-Konfiguration zunächst beobachtet werden, bevor ein stärkeres Enforcement aktiviert wird.
Das Template wird sowohl für direkt durch Intune verwaltete Linux-Geräte als auch im MDE-Attach-Szenario über Microsoft Defender for Endpoint Security Settings Management unterstützt. Die ebenfalls neue Memory-Scan-Einstellung bezieht sich auf Linux-Geräte, die über MDE Security Settings Management verwaltet werden.
Gerade bei Servern oder Entwickler-Workstations würde ich neue Security-Policies zunächst kontrolliert validieren. Wer Microsoft Defender gleichzeitig als Signal für Zugriffsentscheidungen nutzt, sollte auch die Wechselwirkungen mit Conditional Access und Defender for Endpoint berücksichtigen.
Windows 365 for Agents Security Baseline in Intune 2608
Neu ist außerdem eine Security Baseline für Windows 365 for Agents Cloud PCs. Administratoren erhalten damit empfohlene, gerätebezogene Einstellungen für Windows 11, Microsoft Edge und Microsoft Defender for Endpoint, die anschließend an die eigenen Anforderungen angepasst werden können.
Für viele Intune-Umgebungen dürfte dieses Feature aktuell noch keine unmittelbare Priorität haben. Strategisch finde ich es trotzdem interessant, weil auch agentische Workloads von Beginn an als verwaltete Systeme betrachtet werden. Solche Cloud PCs gehören aus meiner Sicht genauso in bestehende Governance-, Security- und Endpoint-Management-Prozesse wie klassische Benutzer-Clients.
Geschützte Apps in Microsoft Intune 2608
Mit Intune 2608 erweitert Microsoft außerdem die Liste der Apps, die Intune App Protection Policies unterstützen. Neu hinzugekommen sind:
- Notion, Notion Labs
- Superhuman Mail, Superhuman Labs
- Calven, Calven Pty Limited
- Heijmans, Heijmans
- Notability, Ginger Labs, nur iOS
- Ben for Intune, Thanks Ben Ltd
- SDP – On Premises | Intune, Zoho Corporation
Das ist insbesondere für BYOD-Strategien relevant. Je mehr Business-Anwendungen App Protection Policies unterstützen, desto mehr Unternehmensdaten lassen sich auf Anwendungsebene schützen, ohne zwangsläufig das komplette Endgerät verwalten zu müssen.
Weitere Neuerungen in Intune 2608 im Kurzüberblick
Geräteinventar für persönlich verwaltete Android-Geräte mit AMAPI
Persönlich verwaltete Android-Enterprise-Geräte mit Arbeitsprofil, die über die Android Management API verwaltet werden, erscheinen jetzt auf der Inventory-Seite, im Resource Explorer und in Multi-Device Query. Der verfügbare Datensatz ist bewusst kleiner als bei Corporate-owned-Geräten, IMEI, ICCID und MAC-Adresse stehen beispielsweise nicht zur Verfügung. Aus BYOD- und Datenschutzsicht halte ich diese Begrenzung für sinnvoll, weil Intune mehr betriebliche Transparenz erhält, ohne dieselbe Hardware-Tiefe wie bei Unternehmensgeräten zu erfassen.
Enhanced Logging für supervised Apple-Geräte
Intune unterstützt Apples Enhanced-Logging-Geräteaktion für unterstützte supervised Geräte. Administratoren können mit einem von AppleCare bereitgestellten Token eine AppleCare-Diagnoseprotokollsammlung starten und den vom Gerät gemeldeten Status anschließend über DDM verfolgen. Das kann die Fehlersuche vereinfachen, wenn klassische Diagnosedaten nicht ausreichen.
Apple Settings Catalog für OS 27 Betas
Im Apple Settings Catalog stehen neue Optionen zum Testen der OS-27-Betas zur Verfügung. Dazu gehören DDM-Bereiche wie App Settings, Web Content Filter und Siri Settings für iOS, iPadOS und macOS. Für Unternehmen mit strukturierten Apple-Testgruppen können diese Einstellungen interessant sein, um Management-Änderungen vor einem breiteren OS-Rollout zu evaluieren.
Neue Setup-Assistant-Skip-Keys
Für Apple Automated Device Enrollment ergänzt Microsoft neue OS-27-Skip-Keys für Liquid Glass und Accessibility Appearance. Damit lassen sich diese Setup-Assistant-Seiten bei unterstützten iPhone-, iPad- und Mac-Geräten ausblenden. Für standardisierte ADE-Prozesse reduziert das zusätzliche Benutzerinteraktionen während des Rollouts.
Neue Windows-Einstellungen im Settings Catalog
Auch der Windows Settings Catalog wächst weiter. Neu sind unter anderem die Steuerung für Turn on Protected Mode in den Internet-Explorer-Sicherheitszonen, Richtlinien aus dem Microsoft-Edge-150-Template-Refresh und Disconnect if a Remote Desktop Services session when no smart card is present. Zusätzlich wurden weitere Einstellungen in den Microsoft-Office-Templates ergänzt.
Was Unternehmen mit Intune 2608 jetzt prüfen sollten
Nicht jede Neuerung muss sofort produktiv aktiviert werden. Aus meiner Sicht würde ich nach dem Release trotzdem einige Punkte konkret bewerten:
- Unattended Remote Help: Voraussetzungen, Netzwerkzugriffe, RBAC, Scope Tags, Conditional Access sowie Datenschutz und Mitbestimmung vor einem Rollout klären.
- Single Device Page: Helpdesk-Dokumentationen und interne Anleitungen auf die neue Ansicht umstellen, insbesondere wenn Android-eSIM-Funktionen genutzt werden sollen.
- Android eSIM: Gerätebestand und Android-Versionen prüfen und bestehende Carrier-Prozesse mit den neuen Intune-Möglichkeiten vergleichen.
- Apple DDM: VPP-Token-Struktur prüfen und eine mögliche DDM-Migration bewusst planen.
- Assignment Filters: Prüfen, ob bestehende dynamische Gruppen durch
operatingSystemVersion-Filter vereinfacht werden können. - Linux Defender:
Auditgezielt für Pilotierungen einsetzen, bevor ein stärkeres Enforcement aktiviert wird.
Häufige Fragen zu Microsoft Intune 2608
Was ist neu in Microsoft Intune 2608?
Microsoft Intune 2608 bringt unter anderem Unattended Remote Help für Windows, Apple DDM für erforderliche VPP-Apps, ein erweitertes Android-eSIM-Management und neue Funktionen für Microsoft Defender auf Linux. Zusätzlich werden die neue Single Device Page zum Standard, operatingSystemVersion für Assignment Filters allgemein verfügbar und weitere Einstellungen für Android, Apple und Windows ergänzt.
Welche Voraussetzungen hat Unattended Remote Help für Windows?
Unattended Remote Help setzt unter anderem ein physisches, unternehmenseigenes und Intune-registriertes Windows-Gerät mit x64-Architektur voraus, das Microsoft Entra joined oder Entra hybrid joined ist. Zusätzlich werden die Intune Management Extension, aktiviertes Remote Desktop, Internetzugriff sowie Azure Virtual Desktop Agent und Bootloader benötigt, virtuelle Maschinen und BYOD-Geräte werden nicht unterstützt.
Ab welcher Android-Version funktioniert die eSIM-Aktivierung über Intune?
Die Aktivierung einer eSIM über Intune wird ab Android 15 auf unterstützten unternehmenseigenen Android-Enterprise-Geräten unterstützt. Die Aktion steht ausschließlich in der neuen Single Device Page zur Verfügung und erfordert einen Aktivierungscode des Mobilfunkproviders.
Wann ersetzt Microsoft die alte Geräteansicht im Intune Admin Center?
Die neue Single Device Page ist mit Intune 2608 standardmäßig aktiviert, aktuell kann noch auf die bisherige Ansicht zurückgeschaltet werden. Laut aktualisierter Microsoft-Dokumentation soll die alte Geräteansicht mit dem Service-Release 2609 ersetzt werden.
Mein Fazit zu Microsoft Intune 2608
Microsoft Intune 2608 ist aus meiner Sicht vor allem deshalb interessant, weil mehrere langfristige Entwicklungen gleichzeitig sichtbar werden. Endpoint-Management wird deklarativer, Remote-Support wird stärker automatisiert und mobile Geräte werden immer vollständiger über ihren gesamten Lifecycle verwaltet.
Operativ halte ich Unattended Remote Help und die neuen Android-eSIM-Funktionen für besonders relevant. Beide können bestehende Prozesse im Helpdesk beziehungsweise im Mobile-Device-Management deutlich verändern, sie benötigen aber auch eine saubere technische und organisatorische Vorbereitung.
Langfristig ist für mich die Entwicklung rund um Declarative Device Management mindestens genauso wichtig. Apple verschiebt immer mehr Management-Funktionen in Richtung DDM und auch Microsoft verfolgt bei Windows ähnliche Konzepte.
Intune entwickelt sich damit weiter weg von einer reinen Plattform zum Verteilen einzelner Policies und hin zu einer zentralen Management- und Security-Plattform für sehr unterschiedliche Geräte und Workloads. Genau deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, auch monatliche Service-Releases wie 2608 nicht nur auf neue Features zu prüfen, sondern auf die Auswirkungen für bestehende Betriebsmodelle.
Quellen zu Microsoft Intune 2608
- Microsoft Learn, Neuerungen in Microsoft Intune
- Microsoft Learn, Planen von Remote Help
- Big Hat Group, Intune 2608 Überblick vom 26. August 2026
Microsoft rollt monatliche Intune-Service-Updates und einzelne Funktionen schrittweise aus. Dadurch können Neuerungen abhängig vom Tenant zu unterschiedlichen Zeitpunkten sichtbar werden.





