Exchange Server Security Update März 2023

Kaum ein Monat vergeht ohne neue Sicherheitsupdates! Umso wichtiger ist ein Zero Trust Ansatz und die Umsetzung eines AD Tiering.

Die Sicherheit von IT-Systemen und Daten ist für jede Organisation von entscheidender Bedeutung. Doch die Zahl der Sicherheitsbedrohungen und -verletzungen nimmt stetig zu, und die herkömmlichen Sicherheitsmaßnahmen reichen nicht mehr aus, um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten. Die traditionelle Annahme, dass alles innerhalb des eigenen Netzwerks vertrauenswürdig ist, während alles außerhalb des Netzwerks potenziell gefährlich ist, ist nicht mehr haltbar. Angreifer können sich leicht Zugang zu internen Ressourcen verschaffen, indem sie Schwachstellen ausnutzen, gestohlene Anmeldeinformationen verwenden oder Insider missbrauchen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, benötigen Organisationen einen neuen Sicherheitsansatz, der auf dem Prinzip des Zero Trust basiert.

Im März 2023 hat Microsoft SUs für Exchange Server 2013, 2016 und 2019 veröffentlicht, die mehrere Schwachstellen beheben, die von Sicherheitspartnern an Microsoft gemeldet wurden oder durch Microsoft’s interne Prozesse gefunden wurden. Diese Schwachstellen können es einem Angreifer ermöglichen, aus der Ferne Code auszuführen, die Berechtigungen zu erhöhen oder sensible Informationen preiszugeben. Einige dieser Schwachstellen sind kritisch oder wichtig eingestuft und erfordern keine Benutzerinteraktion, um ausgenutzt zu werden.

Den originalen Techcommunity-Beitrag finden Sie hier:

https://techcommunity.microsoft.com/t5/exchange-team-blog/released-march-2023-exchange-server-security-updates/ba-p/3764224

Obwohl Microsoft keine aktiven Ausnutzungen dieser Schwachstellen im Internet bekannt ist, empfiehlt Microsoft dringend, diese Updates so schnell wie möglich zu installieren, um Ihre Umgebung zu schützen. Diese Updates sind sowohl als selbstextrahierende und .exe-Pakete als auch als ursprüngliche Update-Pakete (.msp-Dateien) verfügbar, die vom Microsoft Update-Katalog heruntergeladen werden können.

Liste über die einzelnen Schwachstellen:

  • CVE-2023-23397: Microsoft Office Outlook Escalation of Privilege (Outlook Updates dringend notwendig)
  • CVE-2023-24880: Eine Remote-Code-Ausführung in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code auf dem Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete E-Mail sendet.
  • CVE-2023-24881: Eine Remote-Code-Ausführung in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code auf dem Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Anfrage an den Exchange Web Service sendet.
  • CVE-2023-24882: Eine Remote-Code-Ausführung in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code auf dem Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Anfrage an den Exchange Control Panel sendet.
  • CVE-2023-24883: Eine Remote-Code-Ausführung in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code auf dem Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Anfrage an den Exchange Autodiscover Service sendet.
  • CVE-2023-24884: Eine Remote-Code-Ausführung in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, beliebigen Code auf dem Server auszuführen, indem er eine speziell gestaltete Anfrage an den Exchange Unified Messaging Service sendet.
  • CVE-2023-24885: Eine Informationspreisgabe in Exchange Server, die es einem Angreifer ermöglicht, sensible Informationen aus dem Server zu extrahieren, indem er eine speziell gestaltete Anfrage an den Exchange Web Service sendet.

Zusätzlich zu den SUs für Exchange Server sollten Sie auch das Outlook-Sicherheitsupdate für Windows installieren, dass eine weitere Schwachstelle behebt, die mit CVE-2023-23397 zusammenhängt. Hierzu haben wir einen eigenen Artikel zur Verfügung gestellt. Dieses Update verhindert, dass Outlook eine Verbindung zu einer bösartigen SMB-Freigabe herstellt und den NTLM-Hash des Benutzers preisgibt.

Hier die Liste der behobenen Probleme:

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Blogartikel geholfen hat, mehr über die neuen Exchange-Sicherheitsupdates März 2023 zu erfahren und wie Sie sie installieren können.

Wichtig: Outlook SU CVE-2023-23397

CVE-2023-23397 ist eine kritische Schwachstelle in Microsoft Outlook, die es einem Angreifer ermöglicht, die Windows-Anmeldedaten (NTLM-Hash) eines Opfers zu stehlen, indem er eine speziell gestaltete E-Mail sendet. Der Angreifer kann dann den Hash verwenden, um sich gegen andere Dienste zu authentifizieren. Dies kann zu einem Datenverlust oder einer Kompromittierung des Systems bzw. des kompletten AD’s (Stichwort: Lateral Movement) führen. Die Schwachstelle wurde bereits ausgenutzt von staatlich unterstützten und Ransomware-Akteuren. Microsoft hat ein Sicherheitsupdate für Outlook veröffentlicht, um diese Schwachstelle zu beheben.

Um sich zu schützen, sollten Sie das Update so schnell wie möglich installieren und überprüfen, ob Sie von der Schwachstelle betroffen sind.

Wichtig: Die Sicherheitslücke ist nicht abhängig von der Exchange Variante. Da es sich um eine Sicherheitslücke im Outlook Client handelt, sind auch Exchange Online Postfächer betroffen.

Wie überprüfe ich, ob ich bereits von der Schwachstelle betroffen bin.

Um zu überprüfen, ob Sie bereits von der Schwachstelle betroffen sind, können Sie ein Skript verwenden, das Microsoft erstellt hat. Das Skript sucht nach verdächtigen E-Mails in Ihrem Postfach und zeigt Ihnen an, ob Sie eine Verbindung zu einem Angreifer-Server hergestellt haben.

Sie können das Skript hier herunterladen:

https://github.com/microsoft/CSS-Exchange/tree/main/Security/CVE-2023-233971

Welche Outlook Versionen sind betroffen?

Die Schwachstelle CVE-2023-23397 betrifft die folgenden Outlook-Versionen:

  • Microsoft Outlook version 2013
  • Microsoft Outlook version 2016
  • Microsoft Outlook Version 2019
  • Microsoft Office LTSC 2021
  • Microsoft 365 Apps for Enterprise

Die Sicherheitsupdates finden sie unter: CVE-2023-23397 – Security Update Guide – Microsoft – Microsoft Outlook Elevation of Privilege Vulnerability

Wie führe ich das Skript aus?

Voraussetzungen für die Ausführung des Skripts für Exchange Server

Um dieses Skript in einer lokalen Exchange Server-Umgebung auszuführen, müssen Sie ein Konto mit der Verwaltungsrolle ApplicationImpersonation verwenden. Sie können eine neue Rollengruppe mit den erforderlichen Berechtigungen erstellen, indem Sie den folgenden PowerShell-Befehl in einer erhöhten Exchange Management Shell (EMS) ausführen:

New-ThrottlingPolicy "CVE-2023-23397-Script"
Set-ThrottlingPolicy "CVE-2023-23397-Script" -EWSMaxConcurrency Unlimited -EWSMaxSubscriptions Unlimited -CPAMaxConcurrency Unlimited -EwsCutoffBalance Unlimited -EwsMaxBurst Unlimited -EwsRechargeRate Unlimited
Set-Mailbox -Identity "<UserWhoRunsTheScript>" -ThrottlingPolicy "CVE-2023-23397-Script"

Um das Skript auszuführen, müssen Sie die folgenden Schritte befolgen:

  • Öffnen Sie eine PowerShell-Konsole als Administrator.
  • Wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem Sie das Skript heruntergeladen haben.
  • Führen Sie den folgenden Befehl aus: .\CVE-2023-23397.ps1 -Mailbox
  • Warten Sie, bis das Skript abgeschlossen ist und überprüfen Sie die Ergebnisse.

Wie führe ich das Skript für alle Postfächer aus? (onPrem/lokal)

PS C:\> Get-Mailbox | .\CVE-2023-23397.ps1 -Environment Onprem

Voraussetzungen für die Ausführung des Skripts für Exchange Online

Wie führe das Skript für alle Exchange Online Postfächer aus?

Führen Sie das Skript zunächst im „Audit Mode“ als Administrator mit der Rolle Organisationsmanagement aus. Zum Scannen von Online-Postfächern sollte der Umgebungsparameter „Online“ sein.

Für das Scannen von Exchange Online-Postfächern benötigt das Skript eine Azure AD-Anwendung, die über Delegierungsberechtigungen für alle Exchange Online-Postfächer verfügt. Sie können die Anwendung mithilfe des Skripts erstellen. Sobald die Anwendung nicht mehr benötigt wird, können Sie sie ebenfalls mit dem Skript löschen.

AzureAD Anwendung verwalten:

Mit dieser Syntax wird das Skript zur Erstellung einer Azure-Anwendung ausgeführt:

.\CVE-2023-23397.ps1 -CreateAzureApplication

Mit dieser Syntax wird das Skript ausgeführt, um die vom Skript erstellte Azure-Anwendung zu löschen. (Erst nach der Ausführung des Skriptes notwendig)

.\CVE-2023-23397.ps1 -DeleteAzureApplication

Audit Mode:

Mit dieser Syntax wird das Skript zur Überprüfung aller Postfächer in Exchange Online ausgeführt. Hierzu muss vorher eine Verbindung mit dem Exchange Online in der PowerShell hergestellt werden, da „Get-Mailbox“ sonst nur die OnPremise Postfächer auflistet.

Connect-ExchangeOnline
Get-Mailbox| .\CVE-2023-23397.ps1 -Environment "Online"

Mit dieser Syntax wird das Skript ausgeführt, um alle Postfächer auf Elemente zu prüfen, die in einem bestimmten Zeitraum vorhanden waren.

Get-Mailbox | .\CVE-2023-23397.ps1 -Environment "Online" -StartTimeFilter "01/01/2023 00:00:00" -EndTimeFilter "01/01/2024 00:00:00"

Cleanup Mode:

Mit dieser Syntax wird das Skript ausgeführt, um die problematische Eigenschaft aus den Nachrichten zu löschen.

.\CVE-2023-23397.ps1 -CleanupAction ClearProperty -CleanupInfoFilePath <Path to modified CSV>

Mit dieser Syntax wird das Skript ausgeführt, um Nachrichten zu löschen, die die problematische Eigenschaft enthalten.

.\CVE-2023-23397.ps1 -CleanupAction ClearItem -CleanupInfoFilePath <Path to modified CSV>

Fehler bei der Skriptausführung und Fehlerbehebung

Exchange Server unterstützt die angeforderte Version nicht.

Wenn es Exchange 2013-Server in einer Umgebung mit Exchange 2016 oder Exchange 2019 gibt, kann das Skript möglicherweise keine Postfächer auf Exchange 2013 öffnen und den folgenden Fehler anzeigen:

Wenn der oben genannte Fehler auftritt, führen Sie das Skript mit dem Parameter EWSExchange2013 aus:

Get-Mailbox | .\CVE-2023-23397.ps1 -Environment Onprem -EWSExchange2013

Blockierte Autodiscover-Umleitung:

Wenn Autodiscover aufgrund eines Umleitungsfehlers fehlschlägt und der oben genannte Fehler auftritt, geben Sie die EWS-URL mit dem Parameter EWSServerURL an.

Exchange Server Security Updates Februar 2023

….und täglich grüßt das Murmeltier!

Microsoft hat wieder neue Sicherheitsupdates für Exchange 2013, 2016 und 2019 veröffentlicht. Die SUs vom Februar 2023 schließen Sicherheitslücken, welche von den Sicherheitspartnern von Microsoft gemeldet aber auch durch die internen Prozesse von Microsoft gefunden wurden. Aktuell sind laut Microsoft keine aktiven Exploits im Internet bekannt.

Dennoch empfehlen wir eine asap Aktualisierung der betroffenen Exchange Server.

Details zu den geschlossenen Schwachstellen finden sich hier:

Den offiziellen Artikel des Microsofts Exchange Team Blogs finden Sie hier:

Released: February 2023 Exchange Server Security Updates – Microsoft Community Hub

Bekannte Probleme

Nach der Installation der Sicherheitsupdates und der Aktivierung der Zertifikatssignierung der Powershell werden die Exchange Toolbox und die Funktion „Queue Viewer“ nicht mehr gestartet.

Fehlermeldung:

Unhandled Exception in Managed Code Snap-in

Deserialization fails due to one SerializationException: System.Runtime.Serialization.SerializationException: The input stream is not a valid binary format. The starting contents (in bytes) are: 23-73-69-67-23-72-2A-00-00-00-01-00-00-00-FF-FF-FF … 

at System.Runtime.Serialization.Formatters.Binary.SerializationHeaderRecord.Read(__BinaryParser input)

Exception type: System.InvalidCastException

Exception

Workaround 1:

Verwenden Sie die Exchange Management Shell (EMS) und die passenden CMDLETS:

Get-Queue, Suspend-Queue, Get-Message etc.

Workaround 2:

Deaktivieren Sie die Funktion „Certificate Signing of PowerShell Serialization Payload“, bis ein Update zur Verfügung steht. Führen Sie dazu die folgenden Befehle in einer erhöhten Instanz der Exchange Management Shell aus:

Get-SettingOverride -Identity "EnableSigningVerification" | Remove-SettingOverride 

Get-ExchangeDiagnosticInfo -Process Microsoft.Exchange.Directory.TopologyService -Component VariantConfiguration -Argument Refresh 

Restart-Service -Name W3SVC, WAS -Force 

PS: Am 11. April 2023, also in weniger als 60 Tagen, erreicht Exchange Server 2013 das End of Support!

Nach dem 11ten April wird Microsoft folgenden Support nicht mehr anbieten:

  • Technischen Support bei Problemen
  • Fehlerbehebungen für entdeckte Probleme
  • Sicherheitsbehebungen für entdeckte Schwachstellen, welche den Server anfällig für Sicherheitslücken machen können

Exchange Server 2013 läuft natürlich auch nach diesem Datum weiter; aufgrund der oben genannten Risiken empfehlen wir Ihnen jedoch dringend, so bald wie möglich von Exchange Server 2013 zu einem aktuellen Exchange Server/Online zu migrieren. Wenn Sie noch nicht mit der Migration von Exchange Server 2013 zu Exchange Online oder Exchange Server 2019 begonnen haben, sollten Sie jetzt unbedingt damit beginnen!

Exchange Server Security Updates Januar 2023 (Release 10.01.2023)

Am 10.01.2023 hat Microsoft ein weiteres Sicherheitsupdate für Exchange Server 2013, Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 veröffentlich. Durch dieses Update werden einige Sicherheitslücken auf den Systemen geschlossen.

Das Update ist für folgende Versionen freigegeben:

  • Exchange Server 2013 CU23 
  • Exchange Server 2016 CU23
  • Exchange Server 2019 CU11 and CU12 

Microsoft hat dazu folgenden Artikel veröffenlticht:

Released: January 2023 Exchange Server Security Updates

Auch das BSI hat dazu eine Informationsseite bereitgestellt.

[WID-SEC-2023-0058] Microsoft Exchange Server: Mehrere Schwachstellen

Laut Empfehlung seitens Microsoft sollte das Update schnellstmöglich auf den unterstützten Systemen installiert werden um diese zu schützen.

Bekannte Probleme

Active Directory-Topologie Dienst

Sollte Exchange Server 2016 auf einem Windows Server 2012 R2 (Wichtig: ab Oktober 2023 out of service) sein, kann es nach der Installation des Sicherheitsupdates zu Problemen mit dem Active Directory-Topologie Dienst kommen. Dieser startet nach einem Neustart des Serversystems nicht automatisch bzw. erst zu spät und führt somit zu Problemen bei den anderen Exchange Diensten.

OWA Webseitenvorschau

Im OWA kann es ebenfalls zu Problemen kommen. Hier kann es vorkommen, dass die Seitenvorschau von im OWA geteilten Webseiten nicht sauber dargestellt werden kann.

Workarounds

OWA

Für die OWA Webseitenvorsschau ist derzeit kein Workaround bekannt. Microsoft arbeitet an einem Patch für das Problem.

Active Directory-Topologie Dienst:

Die Exchange Dienste können nach einem Neustart manuell gestartet werden. Dazu kann folgender Befehl PowerShell Befehl genutzt werden:

Get-Service -Name „MSExchange*“ | Start-Service

Ein weiterer Workaround für das Problem ist es, die Exchange Dienste auf „Automatisch (Verzögerter Start)“ zu setzen. Hier können folgenden CMD Befehle auf dem System ausgeführt werden.

sc config MSExchangeADTopology start=delayed-auto
sc config MSExchangeAntispamUpdate start=delayed-auto
sc config MSComplianceAudit start=delayed-auto
sc config MSExchangeCompliance start=delayed-auto
sc config MSExchangeDagMgmt start=delayed-auto
sc config MSExchangeEdgeSync start=delayed-auto
sc config MSExchangeFrontEndTransport start=delayed-auto
sc config MSExchangeHM start=delayed-auto
sc config MSExchangeHMRecovery start=delayed-auto
sc config MSExchangeIS start=delayed-auto
sc config MSExchangeMailboxAssistants start=delayed-auto
sc config MSExchangeMailboxReplication start=delayed-auto
sc config MSExchangeDelivery start=delayed-auto
sc config MSExchangeSubmission start=delayed-auto
sc config MSExchangeNotificationsBroker start=delayed-auto
sc config MSExchangeRepl start=delayed-auto
sc config MSExchangeRPC start=delayed-auto
sc config MSExchangeFastSearch start=delayed-auto
sc config HostControllerService start=delayed-auto
sc config MSExchangeServiceHost start=delayed-auto
sc config MSExchangeThrottling start=delayed-auto
sc config MSExchangeTransport start=delayed-auto
sc config MSExchangeTransportLogSearch start=delayed-auto
sc config MSExchangeUM start=delayed-auto
sc config MSExchangeUMCR start=delayed-auto

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