Exchange Server Security Updates Februar 2023

….und täglich grüßt das Murmeltier!

Microsoft hat wieder neue Sicherheitsupdates für Exchange 2013, 2016 und 2019 veröffentlicht. Die SUs vom Februar 2023 schließen Sicherheitslücken, welche von den Sicherheitspartnern von Microsoft gemeldet aber auch durch die internen Prozesse von Microsoft gefunden wurden. Aktuell sind laut Microsoft keine aktiven Exploits im Internet bekannt.

Dennoch empfehlen wir eine asap Aktualisierung der betroffenen Exchange Server.

Details zu den geschlossenen Schwachstellen finden sich hier:

Den offiziellen Artikel des Microsofts Exchange Team Blogs finden Sie hier:

Released: February 2023 Exchange Server Security Updates – Microsoft Community Hub

Bekannte Probleme

Nach der Installation der Sicherheitsupdates und der Aktivierung der Zertifikatssignierung der Powershell werden die Exchange Toolbox und die Funktion „Queue Viewer“ nicht mehr gestartet.

Fehlermeldung:

Unhandled Exception in Managed Code Snap-in

Deserialization fails due to one SerializationException: System.Runtime.Serialization.SerializationException: The input stream is not a valid binary format. The starting contents (in bytes) are: 23-73-69-67-23-72-2A-00-00-00-01-00-00-00-FF-FF-FF … 

at System.Runtime.Serialization.Formatters.Binary.SerializationHeaderRecord.Read(__BinaryParser input)

Exception type: System.InvalidCastException

Exception

Workaround 1:

Verwenden Sie die Exchange Management Shell (EMS) und die passenden CMDLETS:

Get-Queue, Suspend-Queue, Get-Message etc.

Workaround 2:

Deaktivieren Sie die Funktion „Certificate Signing of PowerShell Serialization Payload“, bis ein Update zur Verfügung steht. Führen Sie dazu die folgenden Befehle in einer erhöhten Instanz der Exchange Management Shell aus:

Get-SettingOverride -Identity "EnableSigningVerification" | Remove-SettingOverride 

Get-ExchangeDiagnosticInfo -Process Microsoft.Exchange.Directory.TopologyService -Component VariantConfiguration -Argument Refresh 

Restart-Service -Name W3SVC, WAS -Force 

PS: Am 11. April 2023, also in weniger als 60 Tagen, erreicht Exchange Server 2013 das End of Support!

Nach dem 11ten April wird Microsoft folgenden Support nicht mehr anbieten:

  • Technischen Support bei Problemen
  • Fehlerbehebungen für entdeckte Probleme
  • Sicherheitsbehebungen für entdeckte Schwachstellen, welche den Server anfällig für Sicherheitslücken machen können

Exchange Server 2013 läuft natürlich auch nach diesem Datum weiter; aufgrund der oben genannten Risiken empfehlen wir Ihnen jedoch dringend, so bald wie möglich von Exchange Server 2013 zu einem aktuellen Exchange Server/Online zu migrieren. Wenn Sie noch nicht mit der Migration von Exchange Server 2013 zu Exchange Online oder Exchange Server 2019 begonnen haben, sollten Sie jetzt unbedingt damit beginnen!

Ivy Lee Methode: Effiziente Zeitmanagement-Technik

Die Ivy Lee Methode ist eine bewährte Technik für Zeitmanagement und Produktivität, die bereits vor über 100 Jahren entwickelt wurde. Sie hilft, Prioritäten zu setzen und sich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren, um ein erfolgreiches und erfülltes Arbeitsleben zu führen.

Wie funktioniert die Ivy Lee Methode?

Die Methode ist einfach und kann jederzeit und überall angewendet werden.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Schreibe alle Aufgaben auf, die am nächsten Tag erledigt werden müssen.
  2. Sortiere diese Aufgaben nach Priorität und arbeite die wichtigste Aufgabe als erstes ab.
  3. Fahre fort mit der nächstwichtigsten Aufgabe und so weiter, bis alle Aufgaben abgearbeitet wurden.
  4. Überprüfe am Ende des Tages, ob alle Aufgaben erledigt wurden und plane für den nächsten Tag.

Warum funktioniert die Ivy Lee Methode?

Die Methode funktioniert, weil sie es ermöglicht, sich auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren, anstatt sich durch eine lange Liste unbedeutender Aufgaben zu arbeiten. Durch die Fokussierung auf die wichtigsten Aufgaben wird die Produktivität gesteigert und es bleibt mehr Zeit für andere Dinge.

Wie wende ich die Methode in meinem Alltag an?

Die Ivy Lee Methode ist ein wichtiger Bestandteil meiner festen Routinen, weil sie effektiv ist – aber eben auch effizient. Die konsequente Anwendung fördert die Resilienz und hilft mir somit trotz Stress gesund zu bleiben. Wenn wir anstehende Aufgaben möglichst genau aufschreiben, beunruhigen sie uns weniger. So können wir besser einschlafen. Und gesunder Schlaf stärkt wiederum unsere Widerstandskraft gegenüber Stress.

  1. Ich besitze eine Terminserie mit dem Namen „Fokuszeit“ – Jeden Tag zwischen 16:30-17:00 widme ich mich der Sortierung und Priorisierung meiner Aufgaben
  2. Ich nutze Planner und „To Do“ als Sammel-Todo-Liste für meine Aufgaben. Für E-Mails nutze ich die „Zur Nachverfolg“ Funktion, diese erstellt automatisch eine passende Aufgabe für mich. Aus meiner kumulierten Liste aus Planner und „To Do“ Aufgaben picke ich mir dann täglich die wichtigsten oder dringendsten für die Tagesplanung und ergänze diese durch spontan hinzugekommene Aufgaben.

Outlook Planner und To Do

Sobald ich etwas Zeit habe, priorisiere ich meine E-Mails vor. Hierzu nutze ich die Funktion „Zur Nachverfolgung“.

Während meiner „Fokuszeit“ rufe ich die „To Do“ App auf. Dies tue ich entweder über mein Outlook oder über Teams.

Microsoft Outlook mit „To Do“
Microsoft Teams mit der App „Task von Planner und To Do“

In der App finde ich nun alle Aufgaben aus Planner sowie „To Do“ und kann nun die Ivy-Lee-Methode perfekt umsetzen. E-Mails, welche ich für heute gekennzeichnet habe, erscheinen automatisch in den Listen „Mein Tag“ und „Gekennzeichnete E-Mail“.

Ansicht: Outlook „Gekennzeichnete E-Mail“
Ansicht: Outlook „Mein Tag“

Trends zur Identity Security 2023

Willkommen im Jahr 2023! Es wird Zeit endlich alle externen Benutzerzugriffe mit einer Multifaktor-Authentifizierung abzusichern. Vorzugsweise einer sicheren!

Jüngste Studien von Expert Insights bestätigen, was wir seit Ewigkeiten wissen, in den meisten Fällen sind Angriffe wie Ransomware nur die zweite Stufe, welche auf eine Identitätskompromittierung beruht. Viele neuartigen Techniken beruhen auf der Kompromittierung der Identität. Dies zeigt, wie wichtig es ist, den Schutz der Identitäten zur Grundlage unserer Sicherheitsstrategie zu machen.

Passwort-Angriffe

Einfache Passwortangriffe sind allgegenwärtig. Sie sind wie die Luft, welche wir alle atmen. Hierbei spielt die Größe oder der Umsatz des Unternehmens, welches angegriffen wird, keine Rolle. Denn diese Angriffe können effektiv in großem Umfang ausgeführt werden. Warum Kennwörter unsicher sind und selbst MFA nicht immer ausreichend ist! Erkläre ich ausführlich in dem folgenden Artikel.

  • Password spray: Erraten gängiger Kennwörter.
  • Phishing: Jemanden dazu bringen, seine Anmeldedaten auf einer gefälschten Website oder als Antwort auf eine SMS oder E-Mail einzugeben.
  • Breach replay: Die Wiederverwendung von Kennwörtern, welche von einer anderen Website entwendet wurden.

Microsoft wehrt mehr als 1.000 Passwortangriffe pro Sekunde ab. Bei 99,9 Prozent der kompromittierten Konten ist keine Multifaktor-Authentifizierung aktiviert. Eine mehrstufige Authentifizierung ist heute eine der effektivsten und grundlegendsten Abwehrmaßnahmen gegen Identitätsangriffe.

Oftmals werden leider aus Gründen der Bequemlichkeit keine mehrstufigen Authentifizierungen verlangt. Dabei gehört es doch selbst im privaten Umfeld zum absoluten Standard.

Online-Banking, Paypal, Apple etc. sind ohne mehrstufige Authentifizierung nicht mehr nutzbar.

Die Nutzung der Multifaktor-Authentifizierung ist das Wichtigste, was wir für unsere Sicherheit tun können.

Die altmodische Multifaktor-Authentifizierung war unsexy und erforderte das Kopieren von Codes vom Telefon oder einem Hardware-Token (OTP). Moderne Multifaktor-Authentifizierung mit Apps, Token oder dem Gerät selbst ist sehr reibungsarm oder sogar unsichtbar für die Benutzer.  Vorzugsweise müssen die Benutzer nicht mal mehr ein Kennwort eingeben.

Windows 10 und Windows 11 bieten eine kostengünstige und einfache In-Box-Alternative zu Kennwörtern, Windows Hello for Business, eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung für Azure Active Directory und Active Directory.

Sie sollten sich für das Jahr 2023 die Kampagne #GoPasswordless2023 auf die Fahne schreiben!

Warum Kennwörter unsicher sind und selbst MFA nicht immer ausreichend ist!

Alle paaren Wochen führen Sebastian und ich mindestens ein Gespräch, in welchem wir den Entscheidern erklären, warum die Aussagen wie „Wir haben komplexe und lange Kennwörter im Einsatz“, „Uns greift doch keiner an“ oder „Wir verwenden eine MFA-Lösung“ oftmals ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Denn die Sache ist die:

  • Viele der heutigen Attacken werden automatisch durchgeführt. Ein Taschendieb bewegt sich auch in der Menge, ohne sein wirkliches Opfer zu kennen.
  • Meistens spielt die Länge Ihres Kennwortes keine Rolle.

Um zu verstehen, warum dem so ist, sollten wir uns die wichtigsten Angriffe auf Kennwörter ansehen.

Attackeweitere NamenSchwierigkeitsgradBenutzerinteraktionenSpielt das Kennwort eine Rolle?
PhishingMan-in-the-middle, Abfangen von AnmeldedatenEinfach: Öffentlichen Hotspot bereitstellen. Links zu falschen Anmeldemasken via E-Mail, oder DNS, LLMNR, NetBios Spoofing, DHCPv6 verteilen. Einfache Tools wie Modlishka unterstützen den AngreiferVerwendet ein x-beliebiges WLAN
Meldet sich an und bestätigt die MFA
Nein, der Angreifer kann entweder das Kennwort erhalten, oder nutzt eine Pass-The-Hass und Pass-The-MFA Methode
KeyloggerMalware, Keystroke loggingMittel: Malware zeichnet Benutzernamen und eingegebene Kennwörter auf und überträgt diese.Anklicken von Links, Ausführen als Administrator, keine aktuellen Sicherheitsupdates oder VirensignaturenNein, sämtliche Informationen werden im Klartext übermittelt
Password sprayGuessing, hammering, low-and-slowTrivial:
Verwenden von öffentlichen Benutzerlisten und allgemeinen Kennwortlisten. Hierbei werden die Top 100 Kennwörter für Deutschland für eine große Anzahl an Benutzernamen verwendet.
Es werden häufige Kennwörter wie Spring123!, Winter2022, Sommer2023! etc. verwendet. Diese erfüllen häufig die KomplexitätsanforderungenNein,
wenn das Kennwort einem Top-Kennwort, befindet sich auf einer Kennwortliste, entspricht.
Brute forceDatabase extraction, crackingUnterschiedlich:
Kann einfach sein, wenn das Zielunternehmen nur schwach geschützt ist. Hash-Cracking des Passworts. Schwieriger wenn die NTDS.DIT physisch und betrieblich geschützt ist.
Nein,
außer Sie verwenden ein unbrauchbares Kennwort

Password Spray

Passwort-Spraying ist ein Angriff, bei welchem versucht wird, mit einigen wenigen, häufig verwendeten Kennwörtern auf eine große Anzahl von Konten (Benutzernamen) zuzugreifen. Die Angreifer „sprühen“ diese gängigen Kennwörter somit über ein ganzes Unternehmen. Dieser Angriff verfolgt demnach einen Massenansatz. Der Angreifer beginnt in der Regel mit einem verbreiteten Kennwort wie P@$$w0rd123, von dem er hofft, dass es von einem Benutzer im Unternehmen verwendet wird.

Die Benutzer wählen die gleichen Kennwörter vor allem deshalb, weil sie sehr einfach zu merken sind. Die Angreifer probieren daher gezielt oft verwendete Kennwörter von veröffentlichten Kennwortlisten aus.

Phishing/Man-in-the-middle

Leider können praktisch alle heute gebräuchlichen Authentifikatoren wie Telefon, SMS, E-Mail, OTP-Token (One-Time-Passcode) oder Push-Benachrichtigungen relativ einfach über Real-Time-Phishing abgefangen und genutzt werden. Hierzu muss ein Angreifer lediglich den Kommunikationskanal (Channel-Jacking) übernehmen. Aus diesem Grund empfehlen wir auch die Nutzung von eigenen LTE-Modems für besonders schützenswerte Benutzer wie Mitglieder der Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat etc.

Wer wählt sich nicht gerne am Flughafen in den kostenlosen Hotspot „DUS Free WiFi Airpot“ ein?

Das macht aber nicht alle Authentifikatoren gleich anfällig.

Es ist sehr wichtig zu wissen, dass nur drei der genannten Authentifikatoren Ihre Benutzer vor Phishing-Angriffen schützen.

  • FIDO2
  • Windows Hello for Business
  • Zertifikatsbasierte Authentifizierung (CBA)

Windows 10 und Windows 11 bieten eine kostengünstige und einfache In-Box-Alternative zu Kennwörtern, Windows Hello for Business, eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung für Azure Active Directory und Active Directory.

Die unvermeidliche Pointe
Ihr Passwort spielt keine Rolle, außer für Passwort-Spray (vermeiden Sie die am häufigsten erratenen Passwörter mit einer Art Wörterbuch-Checker wie dem Password Protection Feature von Microsoft) oder Brute-Force (verwenden Sie mehr als 8 Zeichen, oder benutzen Sie einen Passwort-Manager, wenn Sie *wirklich* nervös sind). Das soll nicht heißen, dass Ihr Passwort sicher ist. Es ist *definitiv* nicht sicher, wenn man bedenkt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es erraten, abgefangen, gefälscht oder wiederverwendet wird.

Microsoft 365 Dienstprobleme (MO502273) – Stand 25.01.2023

[Update 11:35 Uhr] – Auch Intune und Defender for Cloud Apps scheinen betroffen zu sein. Es scheint, dass eine Änderung des WAN Routings seitens Microsoft zu den Problemen führt.

[Update 10:50 Uhr] – Microsoft meldet, dass der Fehler möglicherweise auf getätigte Änderungen der Netzwerkinfrastruktur zurückzuführen ist. Derzeit wird daher ein Rollback der Netzwerkeinstellungen durchgeführt.

Microsoft meldet derzeit Probleme mit ihren M365 Diensten. Der Incident mit der Bearbeitungsnummer MO502273 führt zu Problemen beim Zugriff auf diverse M365 Produkte.

Auch der Zugriff auf die Administrationsportale scheint problematisch zu sein. Laut Microsoft sind folgende Dienste betroffen:

Microsoft Teams
Exchange Online
Outlook
SharePoint Online
OneDrive for Business
Microsoft Graph
PowerBi
M365 Admin Portal
Microsoft Intune
Microsoft Defender for Cloud Apps, Identity and Endpoint.

Microsoft arbeitet derzeit an der Lösung des Problems.

Wir informieren euch über den aktuellen Stand auch auf unserem Twitter Account: https://twitter.com/consulting_blog oder auf der Statusseite von Microsoft: https://status.office365.com/

Exchange Server Security Updates Januar 2023 (Release 10.01.2023)

Am 10.01.2023 hat Microsoft ein weiteres Sicherheitsupdate für Exchange Server 2013, Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 veröffentlich. Durch dieses Update werden einige Sicherheitslücken auf den Systemen geschlossen.

Das Update ist für folgende Versionen freigegeben:

  • Exchange Server 2013 CU23 
  • Exchange Server 2016 CU23
  • Exchange Server 2019 CU11 and CU12 

Microsoft hat dazu folgenden Artikel veröffenlticht:

Released: January 2023 Exchange Server Security Updates

Auch das BSI hat dazu eine Informationsseite bereitgestellt.

[WID-SEC-2023-0058] Microsoft Exchange Server: Mehrere Schwachstellen

Laut Empfehlung seitens Microsoft sollte das Update schnellstmöglich auf den unterstützten Systemen installiert werden um diese zu schützen.

Bekannte Probleme

Active Directory-Topologie Dienst

Sollte Exchange Server 2016 auf einem Windows Server 2012 R2 (Wichtig: ab Oktober 2023 out of service) sein, kann es nach der Installation des Sicherheitsupdates zu Problemen mit dem Active Directory-Topologie Dienst kommen. Dieser startet nach einem Neustart des Serversystems nicht automatisch bzw. erst zu spät und führt somit zu Problemen bei den anderen Exchange Diensten.

OWA Webseitenvorschau

Im OWA kann es ebenfalls zu Problemen kommen. Hier kann es vorkommen, dass die Seitenvorschau von im OWA geteilten Webseiten nicht sauber dargestellt werden kann.

Workarounds

OWA

Für die OWA Webseitenvorsschau ist derzeit kein Workaround bekannt. Microsoft arbeitet an einem Patch für das Problem.

Active Directory-Topologie Dienst:

Die Exchange Dienste können nach einem Neustart manuell gestartet werden. Dazu kann folgender Befehl PowerShell Befehl genutzt werden:

Get-Service -Name „MSExchange*“ | Start-Service

Ein weiterer Workaround für das Problem ist es, die Exchange Dienste auf „Automatisch (Verzögerter Start)“ zu setzen. Hier können folgenden CMD Befehle auf dem System ausgeführt werden.

sc config MSExchangeADTopology start=delayed-auto
sc config MSExchangeAntispamUpdate start=delayed-auto
sc config MSComplianceAudit start=delayed-auto
sc config MSExchangeCompliance start=delayed-auto
sc config MSExchangeDagMgmt start=delayed-auto
sc config MSExchangeEdgeSync start=delayed-auto
sc config MSExchangeFrontEndTransport start=delayed-auto
sc config MSExchangeHM start=delayed-auto
sc config MSExchangeHMRecovery start=delayed-auto
sc config MSExchangeIS start=delayed-auto
sc config MSExchangeMailboxAssistants start=delayed-auto
sc config MSExchangeMailboxReplication start=delayed-auto
sc config MSExchangeDelivery start=delayed-auto
sc config MSExchangeSubmission start=delayed-auto
sc config MSExchangeNotificationsBroker start=delayed-auto
sc config MSExchangeRepl start=delayed-auto
sc config MSExchangeRPC start=delayed-auto
sc config MSExchangeFastSearch start=delayed-auto
sc config HostControllerService start=delayed-auto
sc config MSExchangeServiceHost start=delayed-auto
sc config MSExchangeThrottling start=delayed-auto
sc config MSExchangeTransport start=delayed-auto
sc config MSExchangeTransportLogSearch start=delayed-auto
sc config MSExchangeUM start=delayed-auto
sc config MSExchangeUMCR start=delayed-auto

Effektive Passwortrichtlinien für Ihr Unternehmen mit FGPP: Tipps für die erfolgreiche Umsetzung

Die „Fine-Grained Password Policies“ (FGPP) sind ein Feature von Active Directory (AD), das es Administratoren ermöglicht, die Passwortrichtlinien für bestimmte Benutzer oder Benutzergruppen innerhalb einer Domäne zu konfigurieren. Mit FGPP können Administratoren unterschiedliche Passwortrichtlinien für verschiedene Benutzergruppen definieren, anstatt eine einzige Passwortrichtlinie für die gesamte Domäne zu verwenden.

FGPP ermöglicht es Administratoren, verschiedene Passwortrichtlinien auf der Grundlage von Attributen des Benutzers zu erstellen, z.B:

  • Mindestlänge des Passworts
  • Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen
  • Passwortdauer und Anzahl der erlaubten Passwortänderungen
  • Passworthistorie

Diese Funktion kann helfen die Sicherheit zu erhöhen, da es ermöglicht die Passwortrichtlinien entsprechend dem Risiko der Benutzer oder Gruppen anzupassen. Zum Beispiel kann für administrative Accounts eine höhere Passwortkomplexität erforderlich sein als für normale Benutzer.

Es ist wichtig, dass Passwortrichtlinien regelmäßig überprüft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Sicherheitsbedürfnissen entsprechen und die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird.

Im Zusammenhang mit der AD Tiering Struktur können so für die unterschiedlichen Tiers verschiedene Kennwortrichtlinien angewendet werden.

Im Folgenden werden wir eine typische Empfehlung umsetzen:

Alles, was wir hierzu benötigen, ist eine Powershell samt Active Directory Module.

Erstellung einer „PSO 190 days“ Richtlinie für Service-Accounts:

New-ADFineGrainedPasswordPolicy -Name "PSO 190 days" -Precedence 500 -ComplexityEnabled $true -Description "Password Policy for service accounts 190 days" -DisplayName "PSO 190 days service accounts" -LockoutDuration "0.12:00:00" -LockoutObservationWindow "0.00:15:00" -LockoutThreshold 2 -MaxPasswordAge "190.00:00:0" -MinPasswordAge "1.00:00:00" -MinPasswordLength 15 -PasswordHistoryCount 5 -ReversibleEncryptionEnabled $false

Erstellung einer „PSO 180 days“ Richtlinie für normale Benutzer:

New-ADFineGrainedPasswordPolicy -Name "PSO 180 days" -Precedence 500 -ComplexityEnabled $true -Description "Password Policy for Office Users 180 days" -DisplayName "PSO 180 days Office Users" -LockoutDuration "0.00:30:00" -LockoutObservervationWindow "0.00:15:00" -LockoutThreshold 5 -MaxPasswordAge "180.00:00:0" -MinPasswordAge "1.00:00:00" -MinPasswordLenght 10 -PasswordHistoryCount 5 -ReversibleEncryptionEnabled $false

Erstellung einer „PSO 90 days“ Richtlinie für T-0 sowie T-1 Administratoren:

New-ADFineGrainedPasswordPolicy -Name "PSO 90 days" -Precedence 500 -ComplexityEnabled $true -Description "Password Policy for administrative Users 90 days" -DisplayName "PSO 90 days administrative Users" -LockoutDuration "0.12:00:00" -LockoutObservationWindow "0.00:15:00" -LockoutThreshold 5 -MaxPasswordAge "90.00:00:0" -MinPasswordAge "1.00:00:00" -MinPasswordLength 12 -PasswordHistoryCount 5 -ReversibleEncryptionEnabled $false

Die Zuweisung der einzelnen Richtlinien erfolgt über Gruppenmitgliedschaften. Hierzu erstellen wir 3 globale Gruppen im AD.

Globale Gruppen

Nun verknüpfen wir die Richtlinien mit den neuen globalen Gruppen:

Add-ADFineGrainedPasswordPolicySubject "PSO 180 days" -Subjects k_PSO_180days
 
Add-ADFineGrainedPasswordPolicySubject "PSO 90 days" -Subjects k_PSO_90days
 
Add-ADFineGrainedPasswordPolicySubject "PSO 190 days" -Subjects k_PSO_190days

Nun ordnen wir sämtlichen Benutzeraccounts eine Richtlinie zu. Hierzu nehmen wir den Benutzer Julian.Schuetz mit in die Gruppe „k_PSO_180days“ mit auf. Den Benutzer T0-pad-jschuetz nehmen wir in die Gruppe „k_PSO_90days“ mit auf. Und den Service-Account T1-SVC-Sophos, Sie ahnen es sicherlich schon, nehmen wir in die Gruppe „k_PSO_190days“ mit auf.

Mit dem folgenden Befehl können wir nun die Anwendung der neuen Kennwortrichtlinie validieren:

Get-ADUserResultantPasswordPolicy -Identity julian.schuetz

Es empfiehlt sich für sämtliche Service-Accounts ein Verzeichnis zu pflegen:

#Service AccountSOPInterval
1KRBTGTPWChange_KRBTGT.docxAlle 3 Monate
2AzureadssoaccPWCHange_AzureADCCOACC.docx Alle 30 Tage
3T1-SVC-SophosPWCHange_T1-SVC-Sophos.docxk_PSO_190days
4Ergänzen und Pflegen  
Service-Account Verzeichnis

Der Vorteil liegt auf der Hand, durch die Pflege von einem Verzeichnis, können regelmäßige Kennwortänderungen für die Service-Accounts in den Administratoren Alltag leicht integriert werden. Jede Applikation erhält somit einen eigenständigen Account und eine passende Anleitung für den regelmäßigen Kennwortwechsel.

Für die kritischen Administratoren Gruppen im Active Directory sollten Break Glass Accounts eingerichtet. Die Passwörter für diese Accounts sind entsprechend lang und schützenswert und müssen ebenfalls in regelmäßigen Abständen geändert werden.

Projektmanagement-Basic: Der PDCA-Zyklus

Der PDCA-Zyklus, auch als Deming-Zyklus oder Shewhart-Zyklus bekannt, ist ein wichtiger Ansatz im Projektmanagement und in der Qualitätsverbesserung. Der PDCA-Zyklus besteht aus vier Schritten: Planen, Durchführen, Überprüfen und Handeln.

Im ersten Schritt, Planen (Plan), wird das Problem oder die Herausforderung identifiziert und ein Plan entwickelt, um das Problem zu lösen. Dieser Plan sollte klar definieren, was erreicht werden soll, wie es erreicht werden soll und wer dafür verantwortlich ist.

Im zweiten Schritt, Durchführen (Do), wird der Plan umgesetzt. Dieser Schritt beinhaltet die Durchführung der geplanten Aktivitäten und die Sammlung von Daten, um die Ergebnisse zu messen.

Im dritten Schritt, Überprüfen (Check), werden die Ergebnisse des Projekts überprüft, um festzustellen, ob die erwarteten Ergebnisse erreicht wurden. Es werden auch die Gründe für Abweichungen analysiert und bewertet.

Im letzten Schritt, Handeln (Act), werden die Ergebnisse der Überprüfung genommen, um die Prozesse und Aktivitäten zu verbessern und zukünftige Probleme zu vermeiden. Dieser Schritt beinhaltet die Durchführung von Korrekturmaßnahmen und die Implementierung von Verbesserungen.

Der PDCA-Zyklus hat viele Vorteile:

  • Er ermöglicht es, Probleme proaktiv zu identifizieren und zu lösen, anstatt sich auf Reaktionen zu beschränken.
  • Er fördert die kontinuierliche Verbesserung, indem Prozesse und Aktivitäten regelmäßig überprüft und verbessert werden.
  • Er ermöglicht eine systematische Vorgehensweise, indem alle Schritte des Prozesses von der Planung bis zur Umsetzung dokumentiert werden.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile:

  • Der Zyklus kann Zeit und Ressourcen erfordern, um den Prozess effektiv durchzuführen.
  • Es erfordert Disziplin und Kontinuität, um sicherzustellen, dass der Prozess kontinuierlich durchgeführt wird.

Beispiel anhand eines Migrationsprojektes

Ein Beispiel für den Einsatz des PDCA-Zyklus bei einem Migrationsprozess könnte wie folgt aussehen:

  1. Plan (Plan): Das Unternehmen hat beschlossen, seine IT-Systeme von einer lokalen Umgebung in eine Cloud-basierte Umgebung zu migrieren. Ein Projektplan wird erstellt, der die Ziele, die erforderlichen Ressourcen und die Verantwortlichkeiten für die Durchführung des Projekts definiert.
  2. Durchführen (Do): Das Projektteam führt die geplanten Aktivitäten durch, wie zum Beispiel die Überprüfung und Vorbereitung der bestehenden IT-Systeme, die Durchführung von Tests, die Datenübertragung und die Konfiguration der Cloud-basierten Umgebung. Während des Prozesses werden Daten gesammelt, um die Auswirkungen der Migration auf die Geschäftsabläufe des Unternehmens zu messen.
  3. Überprüfen (Check): Das Projektteam überprüft die Ergebnisse des Projekts, um sicherzustellen, dass die Migration erfolgreich war und die Ziele des Projekts erreicht wurden. Es werden auch die Auswirkungen der Migration auf die Geschäftsabläufe des Unternehmens bewertet und Abweichungen analysiert.
  4. Handeln (Act): Das Projektteam erstellt einen Bericht, der die Ergebnisse der Überprüfung und die Empfehlungen für zukünftige Verbesserungen enthält. Korrekturmaßnahmen werden implementiert und Prozesse und Aktivitäten angepasst, um zukünftige Probleme zu vermeiden.

Es ist wichtig zu beachten, dass der PDCA-Zyklus kein einmaliger Prozess ist, sondern kontinuierlich wiederholt werden sollte, um die Prozesse und Aktivitäten kontinuierlich zu verbessern. In diesem Fall kann man nach erfolgreicher Migration regelmäßig überprüfen ob die Cloud-Umgebung die erwarteten Ergebnisse liefert und gegebenenfalls weitere Schritte unternehmen.

Kerberos – KRBTG

In diesem Artikel wollen wir uns dem Thema Kerberos widmen und warum man das Kennwort des dazugehörigen KRBTGT-Accounts regelmäßig ändern sollte.

Fangen wir damit da zu erläutern, was Kerberos überhaupt ist und wie es funktioniert und…

…Nein! Kerberos ist nicht der 3-köpfige Hund aus griechischen Mythologie, der das Tor zu Unterwelt bewachen soll! Jedenfalls nicht im Bezug auf die Themen die wir auf diesem Blog anbieten.

Kerberos ist ein Protokoll, um sich innerhalb eines Netzwerkes zu authentifizieren und somit den Zugriff auf bestimmte Ressourcen zu erhalten. In diesem Vorgang werden sogenannte Tickets ausgestellt, die es einem Benutzer erlauben, auf die benötigten Daten zuzugreifen.

Jeder Domänencontroller innerhalb eines Active Directory führt einen KDC-Dienst (Kerberos Distribution Center) aus, der für die Bearbeitung der Ticketanfragen genutzt wird. Das KDC wiederum nutzt das oben erwähnte KRBTGT-Konto (zu finden unter der „Users“-Organisationseinheit in der Active Directory Struktur) um die auszustellenden Tickets zu signieren. Es ist quasi die Unterschrift auf dem Ticket, um die Gültigkeit zu gewährleisten. Alle Domänencontroller in der Domäne nutzen das gleiche KRBTGT-Konto, sodass die Tickets in der gesamten Domäne und von jedem DC überprüft und als validiert angesehen werden. Ein Ausnahme bilde da nur die sogenannten RODC’s (Read Only Domain Controller), da diese jeweils ihren eigenen KRBTGT-Account besitzen.

Wie funktioniert eine Ticketanforderung?

Der genaue technische Ablauf der Ticketanforderung eines Benutzer oder Computers ist sehr komplex. Dort geht es insbesondere um diverse Schlüssel und zugehörige Ver- und Entschlüsselungsverfahren, die auf den getauschten bzw. Client und Server bekannten Schlüsseln basieren. Daher werden wir hier die Kurzfassung darstellen, um den Ablauf einer Anforderung zu erläutern.

Ablauf einer Ticketanfrage

Die einzelnen Schritte nochmal etwas genauer erläutert:

  1. Der Benutzer meldet sich mit seinen Anmeldedaten an. Er möchte gerne Zugriff auf eine Ressource. Dafür fragt er beim KDC nach einem TGT (Ticket Granting Ticket). Die Anfrage ist verschlüsselt und kann vom Domänencontroller mit den ihm bekannten in der Ntds.dit gespeicherten Schlüsseln für den Client entschlüsseln.
  2. Wenn der KDC die Anfrage entschlüsseln kann, da der Antragssteller bekannt ist, wird diesem nun das TGT ausgestellt. Dieses Ticket ist im Normalfall 10 Stunden gültig.
  3. Nun schickt der Client eine Anfrage an den TGS, zusammen mit Informationen zum Ziel (Name, Domäne, SPN, Dienst). Diese Anfrage ist ebenfalls wieder mit einem Schlüssel versehen.
  4. Der KDC erhält nun die Anfrage und überprüft, ob er die Anfrage entschlüsseln kann (auch hier werden wieder Key aus den bereits generierten Informationen genutzt), stellt er für den Client und die angeforderte Ressource das passende Service Ticket aus.  
  5. Mit dem erhaltenen Service Ticket, kann der Client den Zugriff auf die angeforderte Ressource, in unserem Fall den Fileserver, anfordern. Der Zielserver kann das erhaltenen Paket nun mit seinen bekannten Schlüsseln entpacken und erhält somit den Service Ticket sowie den sogenannten Session Key der ebenfalls mit getauscht wird.
  6. Mit den ihm nun bekannten Informationen ist der Client auch auf dem Fileserver berechtigt und eine Verbindung zwischen den beiden wird aufgebaut.

Sowohl TGS als auch Service Tickets besitzen einen Gültigkeitsreitraum. Das bedeutet, einmal ausgestellt, werden keine Kennwörter mehr über das Netz verschickt, solange das Ticket noch gültig ist. Das ist einer der großen Sicherheitsvorteile von Kerberos.

Kleiner Tipp am Ende:

Einer der Verschlüsselungsattribute ist die Uhrzeit der Systeme. Laufen die Systeme mehr als 5 Minuten auseinander, kann der KDC die Anforderung des Clients nicht mehr entschlüsseln. Dies führt dazu, dass eine Authentifizierung und somit der Austausch der Tickets nicht mehr möglich ist. Also, sollte eine Anmeldung oder der Zugriff auf eine Ressource nicht funktionieren, schaut ob die Zeiten auf beiden Systemen synchron laufen.

PKI – Public Key Infrastruktur

Wir alle wissen, Zertifikate sind oftmals ein leidiges Thema. Die Erfahrung zeigt, dass viele sich an das Thema nicht so recht ran trauen. In der heuten Zeit kommt man aber an einer sauber konfigurierten PKI-Infrastruktur nicht mehr vorbei.

Leider ist uns im Zuge unserer Tätigkeiten immer wieder aufgefallen, dass es sich bei den genutzten Zertifizierungsstellen oftmals um eine „Quick & Dirty“ Lösung handelt. Das bedeutet, dass die Rolle der Zertifizierungsstelle nicht per Best Practice aufgebaut wurde, sondern einfach als zusätzliche Rolle auf einem bestehenden Server, oder noch schlimmer, auf einem der Domänencontroller installiert wurde. Auch die Konfiguration der Sperrlisten ist allzu oft nicht korrekt durchgeführt worden.

Der ein oder andere wird sich jetzt eventuell Fragen: Ist das denn so schlimm?

Ja, ist es!

Abgesehen davon, dass eine Zertifizierungsstelle und die damit ausgestellten Zertifikate eine immer größere Rolle in der Absicherung der eigenen Infrastruktur spielen und somit natürlich auch dementsprechend abgesichert werden müssen, führen auch grade die auf einem Domänencontroller installierten PKI’s zu Problemen sobald man den Domänencontroller einmal ersetzen möchte. Denn, wer schon mal vor so einer Situation stand, weiß, dass sich ein Domänencontroller nicht herunterstufen lässt, sobald dort eine Zertifizierungsstelle läuft. Spätestens dann kommt man in die Bedrängnis, die PKI zu migrieren.

Wie sollte also eine PKI-Infrastruktur aussehen?

Die minimale Konfiguration einer abgesicherten sogenannten 2-stufigen Zertifizierungsstellen-Infrastruktur beinhaltet eine Offline ROOT CA und eine Online ISSUING CA. Optional bietet ein OCSP eine weitere Möglichkeit, Sperrlisten abzugleichen und diese z.B. für extern genutzte Zertifikate erreichbar zu machen.

Offline ROOT CA

Die Offline ROOT CA wird als eigenständige Maschine installiert und darf kein Mitglied der bestehenden Domäne sein. Da die restliche Struktur der PKI auf der ROOT CA aufbaut, muss diese natürlich so sicher wie möglich aufgebaut werden. Das bedeutet in diesem Fall, dass die CA nur die Zertifikate für die ISSUING CA’s ausstellt. In kleineren Unternehmen wird das vermutlich nur ein einziges sein. Nachdem die ROOT CA das Zertifikat ausgestellt hat und alle weiteren Konfigurationen durchgeführt wurden, wird die Maschine ausgeschaltet. Nur bei Aktualisierung der Sperrlisten oder Erneuerung des ISSUING CA Zertifikates wird das System wieder hochgefahren (kleiner Tipp: Dieser Zeitpunkt bietet sich dann natürlich auch super für Windows Updates an).

Dadurch, dass das System also eigentlich dauerhaft ausgeschaltet ist, ist ein Angriff und somit eine Kompromittierung des Systems nahezu unmöglich. Allein diese Tatsache führt zu einem hohen Anstieg der Sicherheit der gesamten PKI-Infrastruktur.

ISSUING CA

Neben der Offline ROOT CA wird dementsprechend eine ISSUING CA konfiguriert. Diese wird als Teil der bestehenden Domäne installiert und dient als Zertifikatsherausgeber für die benötigten Zertifikate im Unternehmen. Sie dient als erste Anlaufstelle für sämtliche Zertifikatsanforderungen und bietet meist ebenfalls die Sperrlisten an.

OCSP

Eine dritte Komponente ist der sogenannte OCSP – Online Certificate Status Protocol. Hierbei handelt es sich um eine Web-Komponente, über die Clients die Abfrage der Sperrlisten durchführen lassen können. Der OCSP dient als Mittelsmann und gibt den Clients die Rückmeldung, ob ein Zertifikat noch gültig ist oder dieses bereits gesperrt wurde. Das verlagert die Last von den Clients hin zum OSCP Server. Aussehen kann eine korrekt eingerichtete PKI-Infrastruktur also wie folgt:

So sollte eine minimale PKI Infrastruktur aufgebaut sein.
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